Ein großer Teil der Erzählungen Hermann Hesses sind Liebesgeschichten. Auch diese stehen im Mittelpunkt der Hermann-Hesse-Tage in Gaienhofen, die von 15. bis 17. Oktober mit Vorträgenstattfinden.

Während dieser Tage geht es laut einer Pressemitteilung der Tourist-Information um Leben und Werk des Schriftstellers und Literaturnobelpreisträgers. Neben Liebesgeschichten nimmt das Thema „Familienbande“ Raum ein. Dieses Programm war bereits für vergangenes Jahr geplant, musste aber coronabedingt verschoben werden. So dreht sich die Vortragsreihe auch um Werke aus den Jahren zwischen 1900 bis 1924, die auf autobiographisch fundierte Erinnerungen aus der Jugend Hesses zurückgehen. So hatte er sich beispielsweise bei einem Treffen mit seinem Studentenfreunden in Kirchheim unter Teck in die Nichte eines Wirts verliebt. Sie erfuhr erst durch Gedichte von seiner Zuneigung, die im Lulu-Märchen des Hermann Lauscher (1900) gipfelte.

Neben Hesses Liebesgeschichten rücke bei den Hesse-Tagen auch sein Roman „Narziss und Goldmund“ in den Vordergrund, der am Beispiel der Lebensgier des Abenteurers und Künstlers Goldmund und seines asketischen Freundes Narziß die Polarität zwischen Sinnlichkeit und Geist, Phantasie und Verstand beleuchtet. Darüber hinaus stehen zum Thema Familienbande Briefe zwischen Mia Hesse-Bernoulli, Hesses erster Frau, und ihrer Schwester Tuccia sowie Briefe zwischen Hermann Hesse und seinen älteren Söhnen im Zentrum. Ein Vortrag zur Rolle Hesses als Vater schließt die Vortragsreihe ab.

Es referieren Fachleute zu den einzelnen Themen. Die Teilnahme an allen Tagen kostet 70 Euro, Einzelkarten kosten zwischen 12 und 19 Euro. Beginn ist am Freitag, 15. Oktober, um 19 Uhr im Bürgerhaus Gaienhofen mit „Hesses Lulu. Eine Jugendliebe wird Literatur“, Lesung mit Gunilla Eschenbach und Matthias Schuppli.