Wer in der Corona-Krise Wahlkampf machen will, der muss sich besondere Formate überlegen – so auch CDU-Landtagskandidat Levin Eisenmann, der sich per Videokonferenz gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Andreas Jung speziell an die Bewohner der Höri gewandt und seine Pläne für die Halbinsel angesprochen hat. So wolle er mit seiner Kandidatur Stärkung des ländlichen Raumes auf Landesebene weiterbringen.

Digitale Infrastruktur und Verkehr

Eine Rolle spielt für Eisenmann dabei unter anderem eine starke Infrastruktur: Gerade die Corona-Pandemie zeige, wie wichtig auch die digitale Infrastruktur sei. Als Beispiel berichtete er von Schülern aus Schienen, die zu ihren Großeltern nach Radolfzell fuhren, weil sie dort eine bessere Internetverbindung für ihren digitalen Unterricht hatten. Eisenmann wolle nicht nur den Breitbandausbau voranbringen, sondern die ländliche Nahversorgung mit Lebensmitteln, Post, Bank und Gastronomie sichern.

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Verkehrsinfrastruktur sprachen dagegen Zuhörer an: René Zimmermann aus Öhningen wünschte sich für die gesamte Höri ein einheitliches Verkehrskonzept mit regulierten Geschwindigkeiten auf Land- und Dorfstraßen. Ein weiterer Zuhörer sah Geschwindigkeitsregulierungen in den Ortschaften nur durch das Lärmschutzargument gegeben und wünschte sich eine begründungslose Einflussnahme auf den Wunsch von Bürgern nach einer Regulierung. Andreas Jung versprach, in Berlin nach Bundesregelungen zu forschen, die Begrenzungen vor Ort ermöglichen könnten und diesbezüglich auch den Kontakt mit dem Landratsamt und den Bürgermeistern im Landkreis aufzunehmen.

Verbesserung für den ÖPNV

Verbesserungen soll es laut Levin Eisenmann auch beim öffentlichen Personennahverkehr geben: Er setze sich für eine 24-Stunden Verbindung des Seehas ein. Ortschaften ohne einen Bahnhof sollten mit Bürgerbussen oder Sammeltaxis an den Takt angeschlossen werden. Größere Bahnhöfe sollten sich so zu Mobilitätsdrehkreuzen entwickeln, die das Umsteigen von Verkehrsmitteln erleichtern.

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Landwirtschaft und Fischerei

Ebenfalls thematisiert wurde die Landwirtschaft: So beschrieb Hubert Neidhardt die Spannung zwischen Regionalisierung und Globalisierung, ansässige Landwirte könnten bei der Globalisierung nicht mithalten und würden durch das Raster fallen, wenn sie Hilfe bräuchten. Angesichts der Subventionen in der Agrarwirtschaft und den Sorgen kleiner landwirtschaftlicher Betriebe fragte Alexandra Bek, ob es noch Sinn mache, die kleinen Betriebe zu vererben.

Die Antwort von Levin Eisenmann: Er unterstütze das Bestreben der Fischer für ein Bodenseefisch-Label, damit deren Fischerei und der Bodenseefisch eine höhere Wertschätzung erfahre. Und Kinder würden den landwirtschaftlichen Hof nur dann übernehmen, wenn es Zuversicht gebe, dass der Betrieb Zukunft habe. Eine Besonderheit dieser Region sei, dass die Landwirtschaft in Naturschutzgebieten stattfindet. Der CDU-Kandidat verwies hier auf ein Konstanzer Konzept der Kooperation von Landwirtschaft und Naturschutz, das sich nicht gegenseitig ausspiele. Genau für solch ein Konzept der Zusammenarbeit wolle er in Stuttgart Gehör schaffen. Und er wolle sich einsetzen, dass Projekttage in Schulen stattfinden, damit Schüler auf landwirtschaftlichen Höfen, Naturschutzgebieten und im Forst ein Verständnis für die Produkte bekommen.

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Integrationsleistungen waren ebenfalls Thema

Ein weiterer Zuhörer interessierte sich dafür, wie Integrationsleistungen bei der Entscheidung für das Bleiberecht von Asylbewerbern berücksichtigt werden. Ungeachtet dessen, wie das Verfahren zu einem Asylantrag ausgehe, könnten Flüchtlinge ihre Ausbildung beenden und zwei Jahre in ihrem Beruf arbeiten, erläuterte Andreas Jung. Somit habe der Asylbewerber eine gesicherte Perspektive für fünf Jahre und die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass Bewerber länger bleiben dürfen. Auch bei Arbeitnehmern gebe es ähnliche Möglichkeiten.

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Jung gab an, die Bundesratsinitiative des Landes Baden-Württemberg zu unterstützen, dass die Integrations- und Arbeitszeiten nicht nur dann angerechnet werden sollten, wenn sie nach Abschluss des Verfahrens zustande kamen, sondern während des Verfahrens. Levin Eisenmann berichtete in diesem Zusammenhang über eine Online-Konferenz mit Vertretern des Handwerks und Gastronomie, die sich für eine Bleibeperspektive integrierter Asylbewerber ausgesprochen hätten. Er unterstütze deren Anliegen, da integrierte Bewerber einen wichtigen Teil der regionalen Wirtschaft darstellen würden.