Das Hesse-Museum Gaienhofen stellt Ilna Ewers-Wunderwald als Frau der Literatur vor und möchte damit zur Würdigung der erst vor kurzem wiederentdeckten Künstlerin beitragen. Die Ausstellung „Grenzgänge. Ilna Ewers Wunderwald (1875-1957) als Illustratorin, Übersetzerin und Autorin“ wird am Sonntag, 20. September um 11 Uhr eröffnet und läuft bis 21. Januar 2021.

Autodidaktin mit eigenem Stil

Ilna Ewers-Wunderwald, 1875 als Caroline Elisabeth Wunderwald in Düsseldorf geboren, war laut Mitteilung des Museums eine unkonventionelle, beeindruckende Persönlichkeit und eine virtuose Malerin und Zeichnerin. Ihre von Jugendstil und Symbolismus angeregten Entwürfe für Buchumschläge und Illustrationen zeigen einen ganz eigenen, Detail-verliebten bis skurrilen Bildkosmos, den die Autodidaktin entwickelt hatte.

Sie gestaltete für französische Autoren und für den Schriftsteller und Bohemien Hanns Heinz Ewers – mit dem sie von 1901 bis 1912 verheiratet war – zahlreiche Bücher. Der von ihr ins Deutsche übersetzte Roman „Mademoiselle Maupin“ von Théophile Gautier diente ihr gleichzeitig als Stilvorlage, sodass sie um 1900 rauchend, mit Kurzhaarschnitt und Herrenanzug das Bürgertum brüskierte. Sie verehrte den britischen Dichter und Illustrator Aubry Beardsley und nahm von ihren vielen Reisen in ferne Länder vielfältigste Inspirationen für ihre Kunst auf.

1957 in Allensbach gestorben

Das Museum schreibt, Ilna Ewers-Wunderwald habe „mit grafischer Präzision, aber ebenso einfühlsam wie originell“ im Bereich der Buchgestaltung und für namhafte Zeitschriften, in denen sie neben Illustrationen auch mit Textbeiträgen vertreten war, gearbeitet.

Seit den 1920er Jahren zog sie sich mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurück. 1930 brach sie zu einer Weltreise auf, von der sie 1937 zurückkehrte. Im Zuge der „inneren Emigration“ zog sich Ewers-Wunderwald 1939 an den Bodensee zurück. Bis 1941 lebte sie auf der Reichenau, danach in Allensbach, wo sie 1957 verstarb.

Das Hesse-Museum ist von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Infos unter (0 77 35) 44 09 49 oder hesse-museum@gaienhofen.de

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