60 Schüler der Hermann Hesse Schule kehren am Montag zurück in den Unterricht an die Werkrealschule in Gaienhofen. Die Abschlussklassen der neunten und zehnten Klassen erwartet ein Gebäude mit Desinfektionsspender, mit Sperrbändern und Warnschildern. Pfeile zeigen die Auf- und Abgangsrichtung an der Schultreppe an. Bodenmarkierungen signalisieren den Abstand, den Schüler voneinander halten sollten. Drei Abschlussklassen werden für den Unterricht nun in sechs Klassenzimmer aufgeteilt und mit der doppelten Zahl an Lehrern unterrichtet. Die Klassenstärke verringert sich auf zwölf Schüler. Ebenso reduziert sich der Unterricht auf die Fächer Mathematik, Deutsch und Englisch. Und damit nicht alle Schüler gleichzeitig eintreffen, werden drei Klassen zeitversetzt vom Rektor empfangen und begrüßt.

Damit der Unterricht abgehalten werden kann, stellte die Schule Regeln auf. Beim Eintreten können sich die Jugendlichen ihre Hände desinfizieren. Das oberste Gebot sei die Einhaltung des Abstandes. Wenn dieser nicht eingehalten werden könne, ist ein Mundschutz verpflichtend. Das trifft vor allem im Gebäude zu. Im Klassenzimmer selbst ist kein Mundschutz vorgeschrieben. Jeder könne dort aber freiwillig eine Maske tragen. Das gelte auch für Lehrer, so Rektor Günter Aßfalg. Doch sobald jemand den Gang betrete, bestehe die Maskenpflicht. Nachdem die Schüler im Klassenzimmer Platz genommen hätten, reinige jeder die Hände am Waschbecken. Das finde während des Unterrichts statt, da sonst Zeit verloren ginge oder Schüler nicht den Abstand einhalten könnten, so Aßfalg. In einem Elternbrief bat er die Eltern, vorab mit den Kindern die Abstandsregeln und das Händewaschen einzuüben.

Und so sieht es im Klassenzimmer aus: Rektor Günter Aßfalg (links) und sein Stellvertreter Mark Bosch haben mit dem Lehrerkollegium und den Hausmeistern den ersten Schultag für die Werkrealschule in Gaienhofen für 60 Schüler vorbereitet.
Und so sieht es im Klassenzimmer aus: Rektor Günter Aßfalg (links) und sein Stellvertreter Mark Bosch haben mit dem Lehrerkollegium und den Hausmeistern den ersten Schultag für die Werkrealschule in Gaienhofen für 60 Schüler vorbereitet. | Bild: Georg Lange

Doch eines plagt den Rektor an der Hermann Hesse Schule: Zeitgleich beginnt auch die Schlossschule Gaienhofen ihren Unterricht für 200 Schüler. Insgesamt nutzen dann 260 Schüler die Busse zu den Schulen auf der Höri. Busfahrer werden keine Schüler aufnehmen, die keinen Mundschutz tragen, zitiert Aßfalg die Vorschriften. Eltern wurden aufgefordert, Gesichtsmasken für ihre Kinder zu besorgen. Schüler könnten am ersten Schultag eine erhalten, wenn eine Stoffmaske fehlen würde. Dafür beschaffte die Verwaltung 100 Masken im FFP2-Standard.

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Wer sich nicht an die Schutzmaßnahmen und die Hygiene-Anordnungen halte, der werde vom Unterricht ausgeschlossen und nach Hause geschickt, macht der Rektor deutlich. In den Pausen habe die Schule eine erhöhte Aufsichtspflicht. Schüler könnten zwar in Abständen von einer Armlänge zusammenkommen, aber eine Gruppenbildung könne die Aufsicht nicht dulden.

Doch abseits der Hygiene-Maßnahmen wird eines in der Hermann Hesse Schule vor allem deutlich: die Freude der Lehrer auf ihre Schüler. „Die Schüler fehlen uns sehr“, sprudelt es dem Rektor spontan nach der Frage über sein Wohlbefinden von den Lippen. „An normalen Schultagen passieren ja auch viele lustige und unerwartete Sachen“, erzählt Günter Aßfalg: Manche Schüler hätten ganz besondere Antworten parat – das gehe nur spontan und nicht in Videokonferenzen. Derzeit würde die ganze Emotionalität fehlen, so der Rektor: Das sei eigentlich das, was das Schul- und Lehrerleben ausmache.

Primär gehe es darum, die Schüler wieder aufzunehmen. Bei der Begrüßung der Schüler wolle er mit ihnen das Verfahren an der Schule besprechen. „Da haben wir nicht viel Zeit“, bemerkt Aßfalg: In zwei Wochen sind die Prüfungen der Zehntklässler. Dann sei der Unterricht für sie schon wieder beendet. Es würden dann die mündlichen Prüfungen beginnen. Dafür kämen die Prüflinge einzeln in die Schule.

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