Zehn Seiten Reaktionen auf den neuen Bauleitplan „Kirchgasse – 2. Änderung“ hatte der Gemeinderat von Gaienhofen in seiner jüngsten Sitzung abzuwägen. Stadtplaner Andreas Wiese aus Hilzingen erläuterte die einzelnen Punkte.

Anlass zu der zweiten Änderung des Bauleitplans gab die rund sieben Millionen Euro schwere Investition des Horner Hotel Hirschens mit dem Abriss einer Ferienwohnung-Anlage im Plangebiet sowie dem Neubau eines Gebäudes für die Erweiterung des Hotelbetriebs an derselben Stelle. Die Unterlagen für die zweite Änderung sind auf der Internetseite der Gemeinde Gaienhofen unter www.gaienhofen.de/rathaus/bauen einsehbar.

Schutz vor Lichtemissionen

Die zweite Änderung präzisierte nun die Anforderungen des Naturschutzes für das angrenzende Schutzgebiet mit dem neu geschaffenen Baufeld im Plangebiet. Der Naturschutz sieht am Abend und während der Bauzeit einen Verzicht auf Flutlichtstrahler an den Baukränen vor. Der Sicherheit dienende Beleuchtungskörper auf dem neubebauten Gelände sind mit Bewegungsmeldern auszustatten, um eine Dauerbeleuchtung zu vermeiden. Sie sollen in der Nacht die Wildtiere im Naturschutzgebiet besser vor erhöhten Lichtemissionen schützen.

Vor potentiellen Fällungen sollen Bäume auf dem Baugelände auf schützenswerte Tierarten hin untersucht werden. Glasflächen am Gebäude besonders gegen einen Einschlag von Vögeln abzusichern. Hier fordert das Regierungspräsidium Freiburg wegen der Nähe zum Naturschutzgebiet hochwirksame Maßnahmen für die Markierung an den Glasfronten – auch auf der abgewandten Seite.

Nistkästen für Fledermäuse

Fledermaus-Nistkästen waren zunächst auf dem Plangebiet an der Kirchgasse nicht vorgesehen, da die Horner Kirche in unmittelbarer Nachbarschaft ein ausreichend großes Quartier für Fledermäuse bereitstellt. Neue Kästen würden somit keine Akzeptanz bei den Fledermäusen finden – auch wegen den Aktivitäten der Hotelgäste am geplanten Außenpool. Dies reklamierte nun das Regierungspräsidium. Dem Bauherrn wird empfohlen, Kästen an der Grundstücksgrenze zum Flurstück 85 aufzuhängen.

Ein Fehler aus der Übertragung im Sondergebiet SO2, das auch den Neubau und die Erweiterung betrifft, wurde im Plan formal korrigiert und die maximale Wandhöhe von 7,50 Meter um 65 Zentimeter auf 8,15 Meter erhöht. Das Gebäude wird insgesamt jedoch nicht höher als festgelegt. Den Festlegungen der tieferen Erdgeschoss-Bodenhöhe folgten Festsetzungen von Wand und Firsthöhe.