Kurtaxen sind eine Form von Kommunalabgaben und werden auf Ortsfremde erhoben, die auf dem Gemeindegebiet entgeltlich übernachten. Der Tourismus in Gaienhofen spülte so in den vergangenen Jahren mit mehr als 230.000 Übernachtungen über eine halbe Millionen Euro jährlich in die Gemeindekasse.

In seiner jüngsten Gemeinderatsitzung legte die Kämmerei eine Neukalkulation vor, die sich an den Kurtaxen-Erhöhungen in Radolfzell und in Allensbach orientiert. Die Verwaltung schlug vor, die Kurtaxe zu erhöhen: in der Hauptsaison um 25 Prozent auf 2,50 Euro pro Tag und in der Nebensaison um 50 Prozent auf 1,50 Euro pro Tag. Der Rat billigte die Erhöhung der Abgabe, die der Gemeinde Mehreinnahmen in Höhe von rund 93.400 Euro im Jahr ermöglicht.

Karl Amann moniert Defizite

Der Vorschlag stieß in der Sitzung bei Gemeinderat Karl Amann (UBL) jedoch auf Kritik. Für ihn ist der Gebührensatz in Höhe von 2,50 Euro in der Hauptsaison und damit um 50 Cent eine „ganz schöne Erhöhung“, für die die Gemeinde ihren Gästen auch etwas bieten müsse. Trotz des Vorhandenseins von Museen habe die Gemeinde nicht einmal ausreichend Parkplätze für deren Besucher.

Amann möchte die Gelder für den Tourismus einsetzen. Die Gemeinde lebe von den Fremden. Er werde sich zwar nicht gegen die Erhöhung aussprechen, aber er möchte die Einnahmen für die touristische Infrastruktur eingesetzt wissen.

Kosten für Museen sowie für Bus und Bahn

Bürgermeister Uwe Eisch verwies in diesem Zusammenhang auf die Kosten der Gemeinde für die Museen. Nach Abzug der Einnahmen lägen diese laut Planansatz bei rund 380.000 Euro im vergangenen Jahr. Gern würde auch er die Kurtaxe für die Schaffung von Parkplätzen einsetzen. Doch die Gemeinde stoße durch ihre Naturschutzgebiete immer wieder an räumliche Grenzen.

Zudem zahle sie einen hohen Beitrag für Bus und Bahn. Sie wolle mit der Gästekarte auch den für ihre Touristen kostenfreien öffentlichen Nahverkehr fördern, damit diese ihre eigenen Fahrzeuge stehen lassen.