Das Hesse Museum Gaienhofen bietet am Sonntag, 12. Juli, um 11 Uhr eine Lesung an. Im Zentrum steht Hermann Hesses Dichtung „Stunden im Garten“. Ein Idyll.

Das Hexametergedicht in sechs Teilen entstand 1935 und nimmt Bezug auf die botanische Vielfalt in Hesses Tessiner Garten und die Kunst des Müßiggangs beim Gärtnern. Dies teilte das Museum in einer Presseinformation mit. In und zwischen den Versen entsteht ein lächelndes Selbstportrait des älteren Dichters.

Lesung mit darstellender Kunst und Musik

Rezitiert werde die Dichtung von dem Schauspieler Matthias Schuppli, der musikalisch begleitet werde von Hans Martin Ulbrich. Mit Oboe und Englischhorn baue Ulbrich improvisierend einen musikalischen Raum für die Sprache.

Der Eintrittspreis beträgt 15 Euro für Erwachsene, 14 Euro mit Gästekarte und zehn Euro für Schüler. Eine Anmeldung ist aufgrund der begrenzten Sitzplätze unbedingt erforderlich: Telefon (0 77 35) 44 09 49 oder hesse-museum@gaienhofen.de.

Der Theaterschauspieler Matthias Schupplic.
Der Theaterschauspieler Matthias Schupplic. | Bild: Doris Flubacher

Matthias Schuppli wurde als junger Schauspieler nach seiner Hörspielarbeit mit Gerd Westphal von Rudolf Noelte als Hamlet nach Bonn engagiert (1981/82). Seither hat er in vielen großen Rollen gastiert. An der Freien Volksbühne Berlin, am Thalia Theater Hamburg und am Schauspielhaus Zürich.

In Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Dieter Wedel, Peter Striebeck und Achim Benning. Er war Ferdinand in Kabale und Liebe (Schiller), Essex in Elisabeth von England (Bruckner), Leonce in Leonce und Lena (Büchner). Später Möbius in den Physikern (Dürrenmatt) Wronskji in Anna Karenina (Tolstoi) und zuletzt Salieri in Peter Schaffers Amadeus.

Daneben hat er auch Gesangsrollen im Musiktheater übernommen. Am Lehar-FestivalBad Ischl, auf Tour und in großen schweizerischen und österreichischen Musicalproduktionen.

Grenzbereich zwischen Sprache und Musik

Der Grenzbereich zwischen Sprache und Musik und die Zusammenarbeit mit verschiedensten Musikern und Komponisten ist seine Leidenschaft – in vielen eigenen musikalisch literarischen Abenden: Beispielsweise Heines Lyrisches Intermezzo und Schumanns Dichterliebe mit dem Sänger Werner Güra, mit dem Basler Streichquartett einen Nordischen Abend – und als nächstes Projekt Walt Whitmans „Leaves of Grass“ und die amerikanische Songkultur mit Maya Boog.

Begleitung mit Oboe und Englischhorn

Hans Martin Ulbrich entstammt einem musischen Elternhaus. Er wuchs auf in Basel, im Dreiländereck, studierte dort Oboe und Englischhorn, hatte einen Briefkontakt mit Hermann Hesse, Lisa Tetzner und Kurt Held, lebte als junger Musiker in Paris und in Deutschland, schrieb zeitlebens Texte, veröffentlichte Lyrik und Prosa sowie Musikeranekdoten.

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Während 41 Jahren wirkte er als Oboist im Tonhalle-Orchester Zürich, an der Musikhochschule sowie in vielen Ländern. Vom Dirigenten Rudolf Kempe wurde er als Instrumentalist in prägender Weise gefördert.

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