Die diesjährigen Hermann-Hesse-Tage finden vom Freitag, 16. Oktober, bis Sonntag, 18. Oktober, in Gaienhofen statt – so eine Pressemitteilung der Veranstalter. Bei der Vortragsreihe zu Leben und Werk des Schriftstellers und Literaturnobelpreisträgers stehen die Themen „Liebesgeschichten“ und „Familienbande“ im Mittelpunkt. Ein großer Teil der Erzählungen Hermann Hesses sind Liebesgeschichten. Geschrieben in den Jahren 1900 bis 1924 gehen diese zurück auf autobiographisch fundierte Erinnerungen aus der Jugend des Verfassers.

So trifft sich Hesse beispielsweise vor seinem Umzug nach Basel 1899 mit seinen Tübinger Studentenfreunden in Kirchheim unter Teck. Sie logieren im Gasthof Krone, wo sich Hesse in die hübsche Nichte des Wirts verliebt. Er ist aber zu introvertiert und schüchtern, um der ein Jahr jüngeren Julie Hellmann imponieren zu können. Erst durch Hesses Gedichte und Briefe, die Julie bald darauf aus Basel erreichen, erfährt sie von der Intensität seiner Zuneigung, die schließlich im „Lulu“-Märchen des „Hermann Lauscher„ (1900) gipfelt.

Bildung als familiäre Bürde

Neben Hesses „Liebesgeschichten“ rückt auch sein Roman „Narziss und Goldmund“ in den Focus, der am Beispiel der Lebensgier des Abenteurers und Künstlers Goldmund und seines asketischen Freundes Narziß die Polarität zwischen Sinnlichkeit und Geist, Phantasie und Verstand beleuchtet.

In einem der Vorträge stellt sich aber auch die Frage nach Bildung als familiärer Bürde, die dem Protagonisten Goldmund von seinem Vater auferlegt wurde. Darüber hinaus stehen zum Thema „Familienbande“ Briefe zwischen Mia Hesse-Bernoulli, Hesses erster Frau, und ihrer Schwester Tuccia sowie Briefe zwischen Hermann Hesse und seinen älteren Söhnen (die dem Vater auf sehr unterschiedliche Weise nah standen) im Zentrum. Ein Vortrag zur Rolle Hesses als Vater schließt die Vortragsreihe ab.

Dauerkarte für das gesamte Programm erhältlich

Es konnten hochkarätige Referenten gewonnen werden wie etwa Volker Michels, Herausgeber der Hesse-Werke im Suhrkamp Verlag, die Literaturwissenschaftlerinnen Sabine Gruber (Uni Tübingen) und Gunilla Eschenbach (Deutsches Literaturarchiv Marbach), Michael Speer, Professur für Sprecherziehung an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart sowie Schauspieler und Sprecher, die sich mit der Persönlichkeit und dem Werk Hermann Hesses befassen – darunter Iris Beiser und Matthias Schuppli.

Für die Teilnahme am gesamten Programm ist eine Dauerkarte zum Preis von 70 Euro erhältlich, Einzeltickets kosten zwischen 12 und 19 Euro. Eine Anmeldung ist erforderlich, da aufgrund der Corona-Auflagen das Platzangebot stark eingeschränkt ist. Anmeldung: Kultur- und Gästebüro Gaienhofen, Telefon (0 77 35) 9 99 91 23, www.gaienhofen.de, info@gaienhofen.de

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