Strenge Corona-Auflagen und insgesamt vier Monate Lockdown sorgten 2020 auch in Gaienhofen für entsprechende Einbrüche in der Tourismusbranche. Dies teilte das Kultur- und Gästebüro Gaienhofen in einer Presseinformation mit.

Diese negative Entwicklung wurde allerdings durch eine sonnige Hauptsaison und einen Trend zu naturnahem Inlands- und Campingtourismus etwas abgedämpft.

9,3 Prozent weniger Übernachtungen als im Jahr 2019

In Gaienhofen haben laut Kultur- und Gästebüro im vergangenen Jahr insgesamt 260.600 Übernachtungen stattgefunden, dies mache 9,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei den Gästeankünften soll es sogar einen Rückgang von 28,1 Prozent gegeben haben auf 43.464 Gäste. Damit sei die Gemeinde Gaienhofen auf einen Stand von 2014 zurück gefallen.

Diese Gemeindestatistik umfasse alle Unterkunftsarten: Hotels, Gasthäuser, Ferienwohnungen, Privatvermieter und Campingplätze, aber auch Dauercamper und Zweitwohnungen.

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Letztere seien jedoch unabhängig von touristischen Faktoren, da diese vom Lockdown und anderen Verordnungen nicht betroffen waren. Betrachte man also das rein touristische Ergebnis – ohne Dauercamping und Zweitwohnungen – so komme man in Gaienhofen auf 183.900 Übernachtungen, 12,2 Prozent weniger als im Vorjahr und auf 42.650 Ankünfte, was einem Rückgang von 28,4 Prozent entspräche.

Die Gästeankünfte seien also stärker rückläufig als die Übernachtungen, was bedeute, dass 2020 längere Aufenthalte mit durchschnittlich 4,3 Tagen gebucht worden seien. Eine Aufenthaltsdauer von mehr als vier Tagen habe die Gemeinde letztmals 2004 erreicht, in den Jahren dazwischen habe die Verweildauer der Gäste bei durchschnittlich 3,5 Tagen gelegen.

Hotels und Pensionen haben große Rückgänge zu verzeichnen, bei Ferienwohnungen hält es sich in Grenzen

Hotels und Gasthäuser, die am 29. Mai wieder öffnen durften, sollen im Coronajahr einen Übernachtungsrückgang von 20,9 Prozent verbucht haben, bei Pensionen und Privatvermietern habe der Rückgang sogar 37,1 Prozent betragen, teilt das Gästebüro weiter mit. Ferienwohnungen, die bereits ab 18. Mai wieder vermietet wurden, hätten nur 3,3 Prozent der Übernachtungen eingebüßt.

Durch die hohen Auflagen für Gemeinschaftsunterkünfte und die fehlenden Schulklassen hätten die Übernachtungen in Jugendhäusern und Vereinsheimen um 56,5 Prozent abgenommen. Auf den Campingplätzen, die am meisten von dem Inlandstrend und dem schönen Sommerwetter profitiert haben sollen, seien die Übernachtungen in 2020 sogar um 6,5 Prozent angestiegen.

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Die saisonale Verteilung der Übernachtungen wurde bestimmt durch die Coronamaßnahmen. Da in den Lockdown-Monaten nur geschäftliche Übernachtungen und einige Ausnahmen erlaubt waren, sollen die Monate März bis Mai um 74 Prozent zurück und November/Dezember um 93 Prozent zurückgegangen seien. Auch der Juni sei trotz der Pfingstferien noch rückläufig um 8,8 Prozent gewesen.

Doch dann zog die Sommersaison bemerkenswert an: Im Juli seien die Übernachtungen dann sogar um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen, im August fanden 6,8 Prozent mehr Übernachtungen statt, herausragend war der Zuwachs der Übernachtungen im September mit 37,8 Prozent, auch der Oktober war mit einem Zuwachs von 6,6 Prozent noch sehr positiv.