Uwe Eisch, Bürgermeister der Gemeinde Gaienhofen, kann nur schwer einschätzen, wie viele der 540 Zweitwohnungen in Gaienhofen in den vergangenen Wochen besetzt waren – und derzeit besetzt sind. Alle Personen, die auf der Höri eine Zweitwohnung haben, waren vor den Osterferien von den Gemeinden aufgrund der Corona-Pandemie gebeten worden, über die Feiertage nicht auf die Höri zu kommen.

Drohung, die Zweitwohnungssteuer nicht zu bezahlen

Bürgermeister Eisch habe darauf ganz unterschiedliche Reaktionen erhalten. Mehrere Besitzer hätten die Bitte respektiert und geäußert, sie wollen selbstverständlich zuhause bleiben. Andere hätten gedroht, die Zweitwohnungssteuer nicht zu bezahlen und keinerlei Einsicht gezeigt.

Es gab kein Anreiseverbot

Bürgermeister Eisch betont, dass man kein Anreiseverbot erlassen, sondern lediglich an die Vernunft der Besitzer appelliert habe. In manchen Landkreisen im Norden Deutschlands habe es ein Anreiseverbot gegeben, so weit habe man aber auf der Höri nicht gehen wollen. „Wir haben die Besitzer nur gebeten, an ihrem Hauptwohnsitz zu bleiben“, stellt Uwe Eisch klar.

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Er sei sich aber sicher, dass einige trotzdem angereist seien. In Bezug auf die kommenden Monate erhofft er sich auch für die vielen Zweitwohnungsbesitzer auf der Höri einen „normalen Sommer“. Sein Wunsch sei es, dass sich das Infektionsgeschehen so abschwäche, dass sich alle wieder frei bewegen und Urlaub machen könnten. Dies setze aber voraus, dass die Menschen nach wie vor vorsichtig bleiben und sich an die Hygiene- und Abstandsregeln halten.

Kein Verständnis für Demonstrationen

„Leider ist momentan überall zu spüren, dass Warnungen und Vorsichtsmaßnahmen mehr und mehr ignoriert werden“, stellt Eisch fest. Zudem ergänzt er, dass er für Demonstrationen von „selbst ernannten Grundrechtsschützern“ unter Missachtung sämtlicher Vorsichtsmaßnahmen nicht das geringste Verständnis habe.

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