Gaienhofen Wo Schüler Kabarettisten die Bühne bereiten

In der Schule Schloss Gaienhofen veranstalten Schüler und Lehrer die Reihe Kabarettkiste. Der erste Künstler der neuen Spielzeit: Thomas Freitag.

"Herzhaft lachen – lecker essen", so lautet die Devise der Kabarettkiste der Schule Schloss Gaienhofen. Patric Sedelmayr, Lehrer und Leiter des Stabs Funding und Marketing der Schule, rief die Kabarettkiste 2011 ins Leben. Es ist eine Vortragsreihe, bei der namhafte Kabarettisten auftreten. Seit fast sieben Jahren findet sie nun einmal im Jahr in der Mensa der Schule statt. Zusammen mit circa 50 Schülern der iVent AG, einer Arbeitsgemeinschaft, in der sich Schüler freiwillig für Projekte engagieren, wurden und werden die Veranstaltungen organisiert.

"Die Kabarettkiste ist eine Übungsfirma, bei der vor allem die Schüler des Wirtschaftsgymnasiums ihr erlerntes Wissen anwenden können", sagt Sedelmayr. Die Schüler betätigen sich für die Veranstaltungen in den Lernfeldern Service/Licht, Technik, Ton und in der Schlossküche, der Küche der Schule. Die Erfahrung, die die Schüler dabei sammeln, seien für den künftigen Lebensweg Orientierungshilfen. Laut Aussage des Lehrers handelt es sich bei der Kabarettkiste um eine der größten Übungsfirmen im Umkreis.

Impulse fürs Kulturleben

"Die Einnahmen der Kabarettkiste fließen zu 100 Prozent in Förderprojekte", erklärt Sedelmayr. Das nächste Projekt sei eine Panoramakletterwand für 35 000 Euro, für die Außenwand der Schloss-Schule. Das Projekt solle mithilfe der Einnahmen der Veranstaltungen rund um die Kabarettkiste finanziert werden. Es stünden jedoch auch noch weitere Projekte an, deren Einnahmen in das Förderprojekt flössen, so wie eine Spendengala Anfang Dezember. Auch hier seien Schüler an der Organisation und Durchführung beteiligt.

Als Kulturvermittler sei es die Aufgabe der Schule Schloss Gaienhofen, Kultur zu stärken. Die Kabarettkiste soll dabei einen wichtigen Impuls geben: Es gehe darum, den kulturellen Bereich des Kabaretts in die Gemeinde zu bringen und somit das kulturelle Spektrum zu erweitern, sagt Sedelmayr. "In diesem Bereich gab es hier in der Gemeinde einfach nicht viel", meint der Lehrer. Gleichzeitig hofft er, Jugendliche für Kultur zu begeistern. "Das klappt schon ganz gut, die Jugendlichen sind aber immer noch eine Minderheit im Publikum der Kabarettkiste", gibt er zu.

Für das Akqirieren der Kabarettisten sorgt Patric Sedelmayr selbst. Ihm sei aufgefallen, dass manche Kabarettisten von der Bildfläche verschwunden seien oder nicht in der Region aufträten. Also habe er sich bemüht, sie in die Region zu holen. Im Laufe der Jahre habe er sich ein Netzwerk aufbauen können, durch welches er immer neue Kandidaten für die Kabarettkiste gewinne. Alle auftretenden Künstler seien Preisträger. Auf Veranstaltungen habe man sich kennen gelernt und sei in Kontakt geblieben. Mit Uli Boettcher, der im November in der Kabarettkiste auftreten wird, hege er bereits eine achtjährige Bekanntschaft. Von allen Kabarettisten, die nach Gaienhofen kommen, habe er sich zuvor selber Vorstellungen angesehen und entsprechend das Programm der Kabarettkiste zusammengestellt, betont Sedelmayr.

Dieses Mal bestehe das Programm aus einer bunten Mischung aus Kabarett, Komödie und Zauberei. Die Kabarettkiste ist aus sechs Veranstaltungen zusammengestellt. Beginnen wird es mit Thomas Freitag morgen Abend, 13. Oktober, ab 19 Uhr in der Mensa der Schule. Thomas Freitag war bereits im voriges Jahr schon dabei und kam beim Publikum gut an. Mit einer Kleinigkeit zu Essen aus der Schlossküche soll der Abend begonnen werden, bevor um 20.15 Uhr Freitag die Bühne betritt.

In Freitags Programm "Europa, der Kreisverkehr und ein Todesfall" solle es darum gehen den Grundgedanken Europas wieder aufleben zu lassen, Europa "nicht den Bach runter gehen zu lassen", erklärte Oliver Jakubeit, Gesellschafter der Agentur akzent GbR, die Freitag vertritt. Freitag wolle an die Europäer appellieren, Europa nicht sterben zu lassen. Teil des Programms ist es, in verschiedene Rollen zu schlüpfen und Missstände satirisch auseinanderzunehmen. Themen wie Großzügigkeit und Kunst, Rechte und Religionsfreiheit, digitaler Wahn und Geldpolitik werden vertreten sein.

Bisher seien die Veranstaltungen der Kabarettkiste sehr gut beim Publikum angekommen, sagt Patric Sedelmayr. Allerdings sei es immer schwierig, die Mensa, die rund 200 Plätze fasst, zu füllen. Die Veranstaltung mit Thomas Freitag morgen Abend habe bisher 130 Buchungen. Es gibt also noch genug Platz für Interessierte.

 

Programm und Karten

  • Thomas Freitag tritt am heutigen Freitag um 19 Uhr in der Gaienhofener Kabarettkiste auf.
  • Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf im Kultur-und Gästebüro Gaienhofen. Der Vorverkauf läuft bis zum heutigen Freitag um 12 Uhr. Karten kosten 19 Euro, ermäßigt 12 Euro. An der Abendkasse kosten sie 22 Euro. Das Kulturbüro ist erreichbar unter Telefon (0 77 35) 999 91 23.
  • So gjeht es weiter: Als nächster Künstler nach Thomas Freitag tritt Uli Boettcher auf, und zwar am Samstag, 18. November.

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