Obwohl diese Station beim Tag des offenen Denkmals nicht im Infoblatt des Landkreises Konstanz aufgeführt wurde, fanden viele Besucher den Weg ins Landesamt für Denkmalpflege. Es residiert unauffällig in zweiter Reihe, im Fischersteig 9 in Gaienhofen-Hemmenhofen. An diesem Sonntag standen die Türen einladend offen, und in vielen Räumen waren eigens Ausstellungen eingerichtet, um Forschung anschaulich zu machen.

Bei der Archäo-Botanik konnten winzige Samen unterm Mikroskop betrachtet werden. Die Labormitarbeiter sieben sie zum Beispiel aus Stroh, das in den Gefachfüllungen alten Fachwerks verbaut war. Zahlreiche Krautsamen sind dabei, die heute selten geworden sind, erklärt Maria Sillmann. Pollen, die aus Seesediment herausgelöst werden, geben Aufschluss über die Zusammensetzung und Bewirtschaftung eines früheren Waldes. Die Vergleichssammlung des Labors umfasst 3000 unterschiedliche Samen. Nicht allein die Industrialisierung, auch die intensivere Landnutzung verändert die Artenvielfalt.

Gewebereste werden bei Ausgrabungen selten gefunden, allerdings ließen sich mit diesem Fund aus Allensbach Sandalen aus der Zeit der Pfahlbauer rekonstruieren. Bild: Doris Burger
Gewebereste werden bei Ausgrabungen selten gefunden, allerdings ließen sich mit diesem Fund aus Allensbach Sandalen aus der Zeit der Pfahlbauer rekonstruieren. Bild: Doris Burger

Bei den Archäologen im Obergeschoss ließen sich ganze Familien die Funde aus den Pfahlsiedlungen erklären. Selten sind Textilfunde, Gewebe, aus denen wiederum Kleidung und Schuhwerk rekonstruiert werden könnten. Ein paar Sandalen haben sie nachgebaut, nach Fragmenten, die vor Allensbach gefunden wurden. Ein Junge staunt über die umfangreiche Bibliothek: "Wozu braucht es denn so viele Bücher?", fragt er die Forscher. Auch der Dentrochronologie konnten Besucher auf die Spur kommen: Wie wird das Alter von Hölzern bestimmt?

Gut aufbereitete Forschung und freundliche Mitarbeiter zeigten, was das Landesamt für Denkmalpflege am Dienstsitz Hemmenhofen denn so ergründet. Vor Ort arbeitet eine Vielzahl von Wissenschaftlern: Archäologinnen und Botanikerinnen, Dendrochronologinnnen und Geowissenschaftlerinnen, dazu eine Reihe von Assistenten und Assistentinnen. Die Leiterin des Instituts, Renate Ebersbach, Nachfolgerin von Helmut Schlichtherle, führte die Gruppen durchs Haus.