Nach vielen großen Worten über Klimawandel, Freitags-Demos und die umstrittene Frage, ob Klimaschutz überhaupt ein Thema für Jugendliche sei, initiierten die Schüler der Evangelischen Schule Schloss Gaienhofen einen eigenen Friday for Future. Dieser war als Aktivtag gestaltet und stellte die individuelle Verantwortung der Menschen sowie konkrete Lösungsansätze in den Mittelpunkt.

Elias Singer, Abiturient von Schloss Gaienhofen, gelang es laut einer Mitteilung der Schule, Referenten aus Deutschland und der Schweiz für diesen Projekttag zu gewinnen. Sie boten für die Schüler ab Klasse zehn verschiedene Themen an: Stromerzeugung mit Photovoltaikanlagen und Heimspeicher, der Einfluss von Fleischkonsum, Containerschifffahrt und Energiewende auf den Klimawandel, nachhaltige Energiegewinnung, aber auch die Diskussion um Klimaleugner, umstrittene Projekte um erneuerbare Energien, der Emissionshandel der EU sowie Nachhaltigkeit in der Mode waren Bereiche, in denen die Schüler sich informieren und anschließend konkrete Handlungsansätze diskutieren konnten.

200 Schüler bei 14 Vorträgen, Workshops und Diskussionen

17 Referenten des Elektrizitätswerks Kanton Schaffhausen (EKS), des BUND, der Bodenseestiftung sowie aus Politik und Wirtschaft unterstützten gerne die Initiative von Elias Singer und der Schülervertretung. Gemeinsam mit der Schulleitung wurden 14 Vorträge, Workshops und Diskussionsforen organisiert. 200 Schüler nahmen das Angebot mit großem Interesse an. „Wir haben das Gefühl, heute gedanklich weit mehr angestoßen zu haben, als es mit der Teilnahme an einer Freitags-Demo jemals möglich ist. Wir tragen selbst Verantwortung für die Zukunft unseres Planeten, und das können und dürfen wir nicht mit abstrakten Forderungen auf die Regierung abwälzen“, resümierten Schüler das Ergebnis des Tages.

Die neu entstandenen Ideen finden Eingang in ein Dokument über klimafreundliches Verhalten, das durch Schülerhand entsteht und allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft zugänglich gemacht werden soll.

Konferenz beschließt Verzicht auf Flugreisen

Diesem Projekttag war ein besonderer Konferenzbeschluss vorausgegangen, der laut der Mitteilung zukunftsweisend sein wird. Schüler hatten den Antrag gestellt, künftig Studienfahrten der Kursstufe auf Ziele zu beschränken, die mit der Bahn oder anderen öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Damit entfallen Flugreisen in entfernte europäische Städte.

„Der Antrag wurde von Eltern, Lehrern und Schülern mit großer Mehrheit angenommen. Was mich beeindruckt, ist die Tatsache, dass Schüler auch bei der Programmgestaltung von Studienfahrten ihre Mitverantwortung einfordern. Wir sind stolz, dass wir eine Generation begleiten dürfen, die unsere christlichen Leitsätze ‚Schöpfung bewahren – Achtsamkeit mit uns und der Umwelt‘ ernst nimmt “, kommentiert Schulleiter Dieter Toder die Initiative in Richtung Klimaschutz, der von der Schulgemeinschaft bewusster als bisher gelebt werde.