Gaienhofen Vom Triumphzug einer Sauce durch die Küchen der Welt

Kochen mit Erika: Weniges aus der englischen Küche hat weltweit Freunde. Eines davon ist die Worchestershire sauce.

Den Engländern wird gerne vorgeworfen, ihrer Küche fehle es an Abwechslung und Kreativität. Besonders ihre zerkochten Gemüsegerichte finden wenig Beifall. Reisende schwärmen zwar vom reichhaltigen englischen Frühstück oder sie denken an die Allgegenwart von Fish and Chips. Aber – die Engländer lieben Saucen in den vielfältigsten Zusammensetzungen und für unterschiedlichste Gerichte. Besonders beliebt sind die mustard sauce (Senfsauce), der Klassiker mint sauce zu Hammel und viele andere mehr. Übertroffen wird die Begeisterung für pikante Würzsaucen nur von der Worcester (gesprochen: wuster) sauce. Sie ist ein geheimnisvolles Konglomerat vieler Ingredienzen, unter denen sich Wein, Senf, Soja Melasse, Anchovis, Zitrone, Pfeffer, Zucker, Salz, Chilis, Ingwer, Schalotten, Knoblauch, Tamarinden-Pulver mit anderen geheimen Zutaten innigst verbinden. In England, ihrer Heimat, wird die Sauce schon seit 180 Jahren für viele Gerichte der täglichen Küche verwendet. Ihr Name bezieht sich auf die Stadt Worcester in der englischen Grafschaft Worcestershire (wustescher), sodass man auch von Worcestershire sauce spricht.

Die genaue Zutatenliste gilt nach wie vor als streng geheim, obwohl die wichtigsten Inhaltsstoffe auf jeder Flasche draufstehen müssen. Das Original enthält demnach neben den bekannten Zutaten weitere Gewürze und Geschmacksstoffe. Dahinter verbirgt sich das Geheimrezept, das die echte Worcestershire sauce von allen Kopien unterscheidet. Nur das Original darf mit diesem Namen verkauft werden, alle anderen Hersteller müssen ihr Produkt als Worcester sauce bezeichnen.

Mysteriös ist auch der Ursprung der Sauce. Angeblich geht die Erfindung auf den britischen Lord Marcus Sandys zurück, der das Rezept einer Sauce, auf die er im heimischen England nicht verzichten wollte, aus Indien mitbrachte. In Worcestershire fand er zwei Apotheker, die sich redlich bemühten, die indischen Zutaten zusammenzurühren. Doch das Ergebnis war enttäuschend, und so verschwand das Fass im Keller. Etwas später brachte ein Zufall die gereifte Brühe ans Licht und sie wurde zum grandiosen Erfolg für die Hersteller und vermutlich auch wirklichen Erfinder. Seit 1837 wird die Sauce von der Firma Lea & Perrins hergestellt, nur eine kleine Schar Eingeweihter kennt alle Zutaten.

So wird's gemacht

Prairie Oyster ist als gutes Katergetränk bekannt. Es senkt zwar nicht den Alkoholspiegel, beruhigt aber die Magenwände. Prairie Oyster sollte man immer mit einem Schluck hinunter kippen, ohne die Zutaten zu verrühren. Ein Glas Wasser sollte zum Nachspülen bereit stehen. Die Zubereitung: 2 TL Worcestersoße in ein flaches Cocktailglas geben, 1 Eigelb vorsichtig hineingleiten lassen. 2 TL Tomatenketchup zugeben. Mit Salz, schwarzem Pfeffer und Paprika bestreuen. 2 Spritzer Zitronensaft und 2 Spritzer Olivenöl darüber gießen und servieren. Ganz ruhig die Wirkung abwarten!

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