„Wenn sie je einen Oscar gewinnen sollte, dann den für die Rolle als bester Nebendarsteller“, schwärmte Hubert Neidhart bei der Präsentation des gerade erschienenen Buches über ein Gewächs, das es so nur auf der Höri gibt: Die Höri Bülle. Der Mooser Gastwirt des Grünen Baums schätzt den vielfachen Einsatz der feinaromatischen Zwiebel in seinem Fischrestaurant.

Geschichte der Bülle

Die Liebe zum Hörigewächs geht durch den Magen: Dies zeigten Gastronomen, Erzeuger und Produktveredler der Höri Bülle bei einer Verköstigung auf der MS Seestern mit dem Tausendsassa der Küche in einem Dutzend Variationen.

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Der Verein Höri Bülle stellte das reich bebilderte Buch „Die Höri Bülle“ vor, das geistreich über deren wechselhafte Geschichte bis hin zum Aufstieg zum Genussbotschafter einer ganzen Region erzählt, sowie mit köstlichen Rezeptideen der besten Höri-Gastronomen gespickt ist.

Seit 2014 von der EU geschützt

Das früher beinahe vom Aussterben bedrohte Liliengewächs erfuhr eine kulinarische Renaissance bis hin zu seiner Adelung als geografisch geschütztes Markenprodukt und kulinarische Botschafterin der Region: Seit 2014 steht sie auf den EU-Listen für geschützte Ursprungsbezeichnungen (g.U.) und geschützte geografische Angaben (g.g.A.). Aktuell produzieren elf Erzeuger auf der Höri auf sieben Hektar das Zwiebelgewächs.

„Mild, mit interessanter Schärfe, empfindsam und eigensinnig, charakterstark und gewachsen in jahrhundertelanger Tradition“, zitiert Dezernent Harald Nops als Stellvertreter des Konstanzer Landrats und Grußwortschreiber des Buches, Zeno Danner, die Eigenschaft der Höri-Bülle.

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Das Zwiebelgewächs bietet genügend Stoff für interessante Erzählungen, Geschichten und Erinnerungen rund um den Anbau der Bülle sowie deren traditionellen Verankerung auf der Höri mit vielen Rezepten, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen: Die Bülle als Basis für eine aromatische Suppe oder Sauce zum Wildschwein, verarbeitet zu einem Veggie-Burger oder einem Kürbis-Couscous, als Vinaigrette und Höri-Variante einer Aschermittwochs-Paella, karamellisiert zur gebeizten Lachsforelle oder in einer Hauptrolle zur einer Bülle Cannellonie mit Felchenkaviar – das Buch verbindet auf rund 90 Seiten Tradition mit Haute Cuisine.