Zum dritten Mal war die Evangelische Schule Schloss Gaienhofen Gastgeberin für ein Kunstsymposium. Sieben Künstler aus Deutschland, Italien und Frankreich schlugen für zehn Tage ihre Ateliers auf dem Campus auf: „Aus unserer Schule wurde eine Kunststätte“, berichtet Schulleiter Dieter Toder begeistert. Bei der Finissage waren die Resultate ausgestellt.

In einer ausführlichen Laudatio würdigte Kunstwissenschaftlerin Andrea Gamp aus Konstanz die Arbeit der Künstler. Deren Bandbreite reichte vom Kunsthandwerk über Malerei und Bildhauerei bis zur Fotografie und Bildtransformation. Nur wenige Schüler waren bei der Finissage dabei. Sie hatten aber während der zehn Tage die Gelegenheit, die Ateliers zu besuchen und den Künstlern beim Schaffensprozess über die Schulter zu schauen. Viele ließen sich davon zur Eigenproduktion anregen. Anabel und Tim haben die Aufgabe „Aus Alt mach Neu“ in fantasievoll angefertigte Kleidung umgesetzt. Eine Gruppe Zehntklässler hat einen Video-Film gedreht, der außer japanischen Kampfszenen mit dem Langstock auch philosophischen Gedanken Raum gab und mit vielen filmischen Spezialeffekten überraschte.

Goldschmiedinnen setzen Schülerentwürfe um

Schade, dass Schüler zum Mehrwert der Begegnung mit den Künstlern bei dieser Veranstaltung nicht berichteten. Nur Sönke aus der sechsten Klasse war mit seiner Mutter anwesend und erzählte, dass er und Mitschüler Schmuck-Entwürfe gemacht haben, die die beiden Goldschmiedinnen Paola Dell‘Anna und Silvia Mazzei umsetzten. Ein Ring und ein Anhänger, den er entworfen hat und Arbeiten der Kunsthandwerkerinnen waren ausgestellt. In einigen Räumen der Baustelle des künftigen Mittelstufenbaues waren Wandmalereien von Schülern zu besichtigen, die offensichtlich von den großformatigen Figur-Bildern des Malers Antonio Zecco angeregt waren.

Er und Bildhauer Harald Björnsgard, der eine mehrteilige Stahlskulptur aus Winkeln und Bögen ausstellte, waren als Lehrbeauftragte für Kunst an der Schule auch für die Organisation des Symposiums verantwortlich. Fotograf Elmar Mauch hatte in einem total verdunkelten Raum eine „Camera Obscura“ eingerichtet. Nach einiger Gewöhnungszeit hätten die Schüler das durch eine winzige Öffnung einfallende Licht als auf dem Kopf stehende Außen-Aufnahme sehen können. Malerin Sonja Kuprat ließ sich von einfallenden Sonnenstrahlen, die Baumstrukturen an die Wand warfen, inspirieren. Direkt auf die Wand gemalt, bleibt das Silhouettenbild der Schule erhalten. Lucile Jousmet entwickelt beim Malen ihrer großformatigen, farbenfrohen Bilder Synästhesien, ordnet den Farben Geschmack oder Töne zu.

Gerne hätte man weitere Schülerarbeiten, vielleicht im Vergleich zu den Künstler-Arbeiten gesehen oder vom Effekt des Symposiums auf den Kunstunterricht der Schule erfahren. Die Band One Time untermalte die Finissage mit kurzweiligen Jazz-Standards.