Die Internationalen Museumstage in Gaienhofen waren ein voller Erfolg. Gabriele Schimper, Leiterin des Otto-Dix-Hauses, machte dafür insbesondere die Anziehungskraft des Gebäudes selbst, in dem der Maler lebte, verantwortlich. Die jetzige Sonderausstellung, die Otto Dix als Lithographen hervorhebt, verdeutliche die Intensität seiner Werke. Wie die Zahlen zeigen würden, nehme das Interesse der Besucher von Jahr zu Jahr zu, erklärte Gabriele Schimper.

Ähnlich schilderte es auch Ute Hübner vom Hermann-Hesse-Museum. Alle Vorträge, Veranstaltungen und Führungen zu den Hermann-Hesse-Tagen seien beinahe ausverkauft gewesen. In diesem Jahr habe mit dem Schwerpunkt „Das Glasperlenspiel“ ein besonders aktuelles Thema auf dem Programm gestanden. Dem ging nach ihren Schilderungen ein Jahr intensiver Vorbereitungen voraus, um hochkarätige Literaturwissenschaftler als Vortragsredner zu gewinnen. Ute Hübner ergänzt: „Das fällt allerdings von Jahr zu Jahr etwas leichter. Die Hermann-Hesse-Tage haben inzwischen einen Ruf, weit über die Region hinaus.“

Hesse-Enkel kommt aus Thun nach Gaienhofen

Auch Simon Hesse, Enkel des berühmten Literaten und Philosophen, kam aus dem schweizerischen Thun nach Gaienhofen. „Mich interessieren die Facetten der Persönlichkeit meines Großvaters etwas mehr als die geschichtlichen Aspekte seines Werkes“, sagte er. Gesprochen habe er Hermann Hesse eigentlich nicht. Doch gerade die geschichtlichen Hintergründe machten dieses Werk heute so brandaktuell.

Rudolf Probst, Leiter des Schweizerischen Literaturarchivs in Bern, schilderte den Besuchern im Gaienhofener Bürgerhaus die Entstehungsgeschichte des Werkes. Immer wieder habe Hesse den Text überarbeitet, um direkte Anspielungen auf Hitler und die Nationalsozialisten weitgehend auszumerzen. Er habe eine Druckerlaubnis im Deutschland des Dritten Reiches erreichen wollen. Trotz dieser Zensur konnte das Glasperlenspiel in Deutschland erst nach dem Krieg 1946 erscheinen.