„Movie Music“, also Filmmusik aller Art, stand bei der Schule Schloss Gaienhofen auf dem Programm des Konzerts zum Schulabschluss vor den Sommerferien. Und schon die jüngsten Schülerinnen und Schüler der Minikantorei aus den Klassen sechs und sieben wussten mit kräftigem Unisono-Gesang zu überzeugen. Viel Arbeit der Musiklehrer Siegfried Schmidgall (Minikantorei, Kantorei und Band) und Simone Renz (Orchester) steckte in dem Programm, das die Schüler trotz Notendrucks und lockendem See konsequent erarbeiteten, wie Schulleiter Dieter Toder in seiner Ansprache anerkennend hervorhob.

Der großen Hitze am Samstagabend im Kirchenraum der Melanchtonkirche konnten nicht alle Kinder und Jugendlichen standhalten. Wasserflaschen kursierten, helfende Hände führten Kinder mit labilem Kreislauf hinaus. Trotz allem gelang ein rundum stimmiges Konzert, dem man anmerkte, dass die Filmmusik den Nerv der Jugend traf. Denn die Musik ist oft besser als der Film; viele Kompositionen wurden mit Oscars ausgezeichnet. Immer wieder traten Solisten an die Mikrofone, die ganz sicher, zum Teil mit bemerkenswert reifen Stimmen ihre Parts sangen. In der Minikantorei trauten sich sogar zwei Jungen, in Themen aus den James Bond-Filmen die Soli zu singen, denn die Jungen waren in den Chören in deutlich geringerer Anzahl vertreten.

Komplexe Songs aus „The Greatest Showman“, ein Film über den Zirkuspionier P. T. Barnum, sang die Kantorei mit Jugendlichen ab Klasse acht, doch auch Abiturienten und Entlassschüler der Realschule ließen es sich nicht nehmen, an ihrem letzten Schulkonzert aktiv teilzunehmen. Als bester Song mit einem Grammy ausgezeichnet wurde „City of stars“ aus „La La Land“, das zwei Solistinnen zu ruhiger Klavierbegleitung mit viel Gefühl sangen. Und in „Summer Nights“ aus „Grease“ erzählten ein Mädchen und ein Junge mit großem Spaß von der ersten Liebe im Sommer, die nur ein Flirt war und in Freundschaft endete.

Das Orchester, auch das Vororchester, das am Freitagabend im Einsatz war, bot ebenfalls eine musikalische Filmreise. Leiterin Simone Renz hat außer den klassischen Orchesterinstrumenten auch Saxofone, Akkordeon, Gitarre und Blockflöte in ihrem Ensemble versammelt. Und jeder Spieler ist mit absolut sicherem Einsatz dabei: Mit schönen dynamischen Abstufungen das Medley aus den Disney-Blockbustern, mit rhythmischen Überraschungen und vielen solistischen Auftritten das aus „La La Land“ und mit umfangreichen Aufgaben für die Schlagwerker das aus „The Nineties“. Mit leisen, geheimnisvollen Klängen startet die Musik zu „Jurassic Park“ und schön fetzig mit jazzigen Soli der Bläsergruppen endet sie mit „Gonna fly now“ aus „Rocky“ – ein echter Rausschmeißer!

Zugaben, Blumen und Dankes-Geschenke der Schülerinnen und Schüler an ihre Musiklehrer, Dank an alle Mitwirkenden und im Hintergrund Tätigen von Schulleiter Dieter Toder beendeten den langen, heißen Sommerabend in der Melanchtonkirche.