Gaienhofen Großer Applaus für Sketche beim Narrenspiegel der Käfertaler

Die Käfertaler bringen viel Musik und Humor auf die Bühne, die Themen reichen von Nasensekret bis Bomben an Bord der Käfer-Airline. Der Narrenspiegel nimmt dabei auch Lokalpolitik aufs Korn – allerdings auf familiäre Weise.

Nur alle zwei Jahre gibt es einen Narrenspiegel bei den Käfertalern in Hemmenhofen. Grund genug für die Narren, die Veranstaltung mal wissenschaftlich aufzuarbeiten. Als zerstreuter Professor eröffnete der Präsident der Narrenzunft, Rudolf Hasenfratz: Kaum einen Satz zu Ende sprechend, stolperte der Professor urkomisch von einem Punkt zum nächsten. "Bitte bleiben Sie ernst, wir sind hier nicht zum Vergnügen," forderte der Akademiker das Publikum vergeblich auf.

Aufgeregt warteten indessen die Engerlinge, der Narrensamen in Hemmenhofen. In einer Coverversion des Hits der Gruppe Papis Pumpels sangen Lina Griß, Paulina Benzinger und Xaver Seeberger "Wir lieben das Käfertal". Das ging schon zu Herzen, doch als die Nachwuchsnarren ausriefen "Und jetzt alle", sang jeder im Saal mit.

Lars Griß, Lisa Griß und Timo Rösler (von links) fragten sich: Ist eine Bombe an Bord wirklich gut für die Sicherheit?
Lars Griß, Lisa Griß und Timo Rösler (von links) fragten sich: Ist eine Bombe an Bord wirklich gut für die Sicherheit?

Als Reinigungskräfte betraten Hanna Rösler und Karin Riedmann die Bühne und stellte eine Frage, auf die die Menschheit seit Urgedenken eine Antwort sucht: Wohin mit den Popeln? Das Essen des Nasengoldes soll gesund sein, gilt aber in der modernen Zivilgesellschaft eher als ekelhaft. Eine Ausfuhr in die so gesundheitsbewusste Schweiz käme wegen möglicher Probleme mit dem Ausfuhrschein nicht in Frage. Die Lösung war in Gaienhofen selbst zu finden: Getrocknet und fein gemahlen soll der Nasenschleim zukünftig als Tapetenkleister im neuen Rathaus dienen. Gesundheit war auch das Thema von Klaus Hofer. Als an Übergewicht Leidender war FdH (Friss die Hälfte) angesagt: "Die Hungerkur ist kein Vergnügen, weil wir nichts zu fressen kriegen," stellte Hofer, sich durch die Reihen schlängelnd, fest. Für diese Gesangseinlage gab es stehende Ovationen.

Musik wird bei den Käfertalern großgeschrieben."Weine nicht, wenn Du zahlen musst," sangen Nadine Benziger, Michaela Schmid und Sven Griß. Die Parkgebühren seien trotzdem sinnvoll. So könne man sich nun ein Luxusrathaus mit klimatisierten Räumen leisten. Musikalisch nahmen die Holzer dann ein einmaliges Ereignis aufs Korn. Beim Stammtisch war dem Wirt das Bier ausgegangen. "Es gibt ko Bier in de Poscht" nach Paulchen Kuhns Hit sorgte für tolle Stimmung.

Für Volker Weiermann und Michaela Schmid geht es Richtung gelbes Unterseeboot, um Gaienhofen mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
Für Volker Weiermann und Michaela Schmid geht es Richtung gelbes Unterseeboot, um Gaienhofen mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Bei der Käfer-Airline gab es wegen einer Bombe eine Diskussion. Statistisch gesehen erhöhe dies die Sicherheit, da man bisher noch nicht von zwei Bomben an Bord gehört habe. Philipp Hasenfratz leitete, wie schon den ganzen Abend, zum nächsten Punkt über: "Stellen Sie ein das Getuschel, sonst hören Sie nicht, wenn drei Muscheln nuscheln." Alle Ansagen waren wortwörtlich ein Gedicht. Die drei Muscheln, Yvonne Glaser, Kathrin Jedelhauser und Petra Krösser gaben einen Jahresrückblick: So soll sich zukünftig ein ausgebildeter Diplom-Rasenversteher um den Zustand des Fußballplatzes kümmern.

Von einem gelben Unterseeboot betrachtete der Chor des Narrenrats Gaienhofen noch einmal etwas genauer. Schnelles Kabel zu verlegen gehe ganz gut, denn ein Großteil der Straßen sei eh kaputt, stellte Manfred Bahle dabei fest. Unzufrieden sei man aber nicht. "Uns geht's gut, wir haben Uwe Eisch, ein Mann, der alles weisch." Humorvoller und familiärer geht Fasnet wohl kaum.

 

Besetzung

  • Im Flieger der Käfer-Airline saßen Ingrid Schmid, Tine Riedmann, Irene Hasenfratz, Moni, Lisa und Lars Griß, Lena Hasenfratz und Timo Rösler.
  • Im U-Boot waren Manfred Bahle, Eugen Rösler, Rudi Hasenfratz, die drei Muscheln, Lena und Philipp Hasenfratz, Michaela Schmid, Volker Weiermann, Stefan Riedmann, Sascha Griß und Heinz Schmid unterwegs.
  • Weil es kein Bier gab, wären Volker Weiermann, Heinz Schmid, Sascha Griß, Holger Klausmann, Wolfgang und Oli Pieper, Josef und Jens Rösler, Thomas Piredda und Peter Wieland beinahe verdurstet.

 

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