Der Gemeinderat Gaienhofen will die bauliche Entwicklung in der Ortsmitte steuern. "Ortsmitte – Zur Hohenmarkt" heißt der Entwurf eines Bebauungsplans, den die Ortspolitiker nun auf den Weg gebracht haben. Das Plangebiet befindet sich in zentraler Lage von Gaienhofen und umfasst eine Große von rund 2,6 Hektar Fläche. Für einen Großteil des Bereichs gibt es bislang noch keinen Bebauungsplan. Anlass für die Aufstellung des Bebauungsplanes war es also nun, festzulegen, was dort baulich erlaubt sein soll und was nicht. Eines der Ziele dabei: eine maßvolle Nachverdichtung und Neuordnung zu ermöglichen.

Charakter der Ortsmitte bewahren

Der Gemeinderat arbeitete geäußerte Bedenken von öffentlichen Institutionen und Privatleuten ein. Der so überarbeitete Entwurf des Bebauungsplans wird nun einen Monat lang öffentlich ausgelegt. Zudem werden die betroffenen Behörden und Träger öffentlicher Belange gehört. Mit dem Bebauungsplan und örtlichen Bauvorschriften sollen die historischen Strukturen erhalten, denkmalgeschützte Bausubstanzen geschützt, Freiflächen genutzt und gesunde Wohnverhältnisse ermöglicht werden. Der Charakter der Ortsmitte unter Berücksichtigung der denkmalgeschützten Bereiche soll gewahrt werden.

Gemeinderat fordert gesunde Wohnverhältnisse

Ein Teil des Geltungsbereichs ist bereits durch den Bebauungsplan "Auf der Breite" aus dem Jahr 1974 überplant, dessen Festsetzungen aber als nicht mehr zeitgemäß gelten. Dieser Teil wird ebenfalls mit überplant und an die heutigen Erkenntnisse und Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse angepasst und den aktuell geltenden baurechtlichen Vorschriften unterzogen.

Die Anpassungen an heutige Vorschriften macht es Eigentümern in der Zukunft nicht unbedingt leichter, in dem gewachsenen Wohngebiet Veränderungen zu vollziehen. Denn mitunter halten die Gebäude zum Beispiel nicht die heute gesetzlich vorgeschriebenen Abstände ein. Während selbstverständlich ein Bestandsschutz vorhanden ist, kommen die im künftigen Bebauungsplan verankerten Vorschriften bei einer Neubebauung oder massiven Änderungen an den Gebäuden zum Tragen. Dann müssen zum Beispiel für jede Wohneinheit 1,5 Stellplätze nachgewiesen werden. Die Zufahrten müssen künftig mit einem versickerungsfähigen Belag gedeckt sein.

Im Herbst soll Prozess beendet sein

Insgesamt wurden in der Gemeinderatssitzung elf Anregungen von Behörden und acht private abgegeben. Insgesamt möchte man in dem Plangebiet "so wenig Festsetzungen wie möglich" vorgeben, wie Bürgermeister Uwe Eisch nach der rund dreistündigen Besprechung feststellte. Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass das gewachsene Wohngebiet "andere Anforderungen als ein Neubaugebiet" stelle. Vor allem in puncto Tempo zeigte er sich hochzufrieden. "Im Rekordtempo" sei man bisher mit der Entwicklung des Bebauungsplanes vorangekommen, sagte Uwe Eisch. Er kündigte eine weitere Sitzung dazu nach den Sommerferien an. "Im Herbst sind wir vermutlich fertig", lautete seine Prognose.