Alle vier Monate möchten die Gemeinderäte der Freien Wähler (FW) einen Kurzbericht über ihre Arbeit im Rat geben und Wünsche, Anregungen sowie neue Ideen aufnehmen. Dies erklärte Klaus Sturm beim FW-Bürgerforum in der Alten Post.

Das Forum informierte unter anderem über die Bauleitplanung im Wohnbaugebiet Gütebohl-Süd, über ein Baugebiet in Gundholzen, über die Sanierung des Hafengebäudes in Gaienhofen und das Scheitern der Neugestaltung des Horner Hafenufers.

Diskussion über Gasanschlüsse

Angesichts des von der Bundesregierung vorgelegten Klimapakets mit der Einführung einer CO2-Steuer fragte ein Bürger, ob es sinnvoll war, einen Gasanschluss verlegen zu lassen – zumal künftig eine Abgabe für die Verbrennung fossiler Brennstoffe vorgesehen sei und die Förderung von Befeuerungsanlagen abgeschafft wurde.

Die Entwicklung sei sehr unerfreulich, da das Projekt und die Zusammenarbeit von Gemeinde und Energieanbieter seinerzeit stark propagiert wurden, erwiderte Klaus Sturm: „Man hatte uns Mut gemacht, die Gasinstallationen in das Haus verlegen zu lassen.“

Die Zusammenlegung des schnellen Internets mit dem Gasanschluss sei verführerisch gewesen, räumte Sonja Weber (FW) ein, sonst hätte sie es auch nicht gemacht. Klaus Sturm bot den Bürgern von Gaienhofen an, sich auf den neuesten Stand zu bringen und darum zu kümmern, dass die beteiligten Bürger informiert werden.

Schule und Kindergartenplätze

„Die Hermann-Hesse-Schule platzt aus allen Nähten und der Schule fehlt es an Fachräumen“, sagte Sturm. Der Rat wollte wissen, wie die Vorplanungen der Verwaltung für die Hermann-Hesse-Schule aussehen und wie hoch die Investitionen für die Werkrealschule ausfallen. Es werde eine größere Diskussion über den Schulstandort geben, prognostizierte Sturm.

Auch der Kindergarten sei zu klein. Als Notlösung böte die Gemeinde nun einen Naturkindergarten auf dem Gelände hinter dem Sportheim des SV Gaienhofen an. Die Vorarbeiten für die Aufenthaltsbereiche in Wohnwägen seien bereits vom Bauhof getätigt worden.

Gemeinde plant Wohngebiet

Am Ortsausgang von Gundholzen in Richtung Iznang liegt eine Fläche für eine potenzielle Wohnbebauung brach. Die Gemeinde habe die Vorplanung hierfür bei einer Gesellschaft für Dorfentwicklung in Auftrag gegeben, um Gespräche mit den Grundstückseigentümern zu führen.

Für den Grunderwerb sollen demnächst Gelder fließen, so Sturm. Es gebe noch keine exakten Parzellierungen des Geländes. Da Wohnraum jedoch knapp sei, könne sich der Gemeinderat Doppelhäuser vorstellen. Sturm geht davon aus, dass die Baugrundstücke schnell vergeben seien. Die Gemeinde wolle dabei einheimische Familien mit Kindern bevorzugen.

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Der Rat verhängte eine Veränderungssperre für das Baugebiet Gütebohl-Süd und gab eine neue Bauleitplanung für das Wohngebiet am Ortseingang von Gaienhofen in Auftrag. Wenn es keine Einsprüche nach der Anhörung von Trägern öffentlicher Belange gebe, so könne dort künftig 40 statt 30 Prozent der Baufenster überbaut werden um ein vergrößertes Angebot an Wohnungen bieten zu können, so Sturm.

Tourist-Information für 900.000 Euro

Nach Aussagen von Touristen und den Beschäftigten im Gaienhofer Gästebüro sei die Tourist-Information (TI) nicht mehr zeitgemäß, erläuterte Sturm.

Der Gemeinderat stimmte einem Umbau des alten Rathauses zu einer neuen TI mit Kosten in Höhe von rund 900.000 Euro zu. Die Hälfte der Umbaukosten trage das Land, so Sturm: Die andere Hälfte solle durch den Verkauf des alten Gästehauses finanziert werden.

Kritik an öffentlichen Toiletten

Die Sanierung und Erweiterung des Hafengebäudes in Gaienhofen resultierte aus der Pflicht, barrierefreie Toiletten für Menschen mit einer Behinderung zur Verfügung zu stellen. Der Gemeinderat habe sich hierbei für „eine große Lösung entschieden“, so Sturm, wobei Duschen und WC für Bootsanlieger in das obere Geschoss ausgelagert und Lagerräume der Gastronomie vergrößert werden sollen. Das Projekt sei durch die Gebühren der Bootsliegeplätze gegenfinanziert, so Sturm.

Ein Bürger kritisierte, dass die sanitären Anlagen im Hafengebäude von Hemmenhofen schlimmer aussehen würden. Ein weiterer Bürger bemängelte das Fehlen öffentlicher Toiletten außerhalb der Sommersaison. Der Gemeinderat sei zu keiner Einigung darüber gekommen, die öffentlichen Toiletten auch im Winter offen zu halten, da er Bedenken wegen Vandalismus habe, erwiderte Sturm.

Kein Umbau von Hafen- und Uferanlage

Die Neugestaltung der Horner Hafen- und Uferanlage nach Plänen von Julian Frantzen sei im Gemeinderat auf großen Zuspruch gestoßen, erläuterte Sturm. Im Februar sei nun ein negativer Bescheid aus dem Freiburger Regierungspräsidium eingegangen, mit dem Hinweis, dass die Uferanlage im Naturschutzgebiet läge.

Das Präsidium empfahl, rund 200 weitere Quadratmeter der bisher versiegelten Fläche zurückzubauen. Damit seien nun alle Hoffnungen, Planungen und Vorhaben für die Anlage zerstört, so Sturm: „Es wird so bleiben, wie es ist.“

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