Der Gemeinderat von Gaienhofen beschloss in seiner jüngsten Sitzung, eine Parkraumbewirtschaftung in der Hemmenhofener Uferstraße in Richtung Hotel Stern am See mit 23 neuen Stellplätzen einzurichten. Die Parkstreifen entlang der Uferanlage werden gerne von Liegeplatznutzern und Touristen als Ausweichparkplätze genutzt, um gebührenpflichtigen Plätzen zu entgehen. "Besonders im Sommer wird die Uferstraße zugeparkt", begründet Bürgermeister Uwe Eisch den Vorschlag der Verwaltung. Anwohner hatten sich über die Verkehrslage beschwert: Ihnen zufolge erschwere wildes Parken das Durchkommen durch die Straße.

Gemeinderätin Sonja Weber (Freie Wähler) bezweifelte den Nutzen einer erweiterten Parkraumbewirtschaftung zur Steuerung der Parksituation. Sie schlug zur Entschärfung vor, den Bereich nur für Anlieger zugänglich zu machen und diese mit Parkausweisen auszustatten. Die Gemeinde habe die Bewirtschaftung eingeführt, um auch Anlieger anzuhalten auf ihren Grundstücken zu parken – und nicht auf der Straße, entgegnete Uwe Eisch: Garagen würden als Stauräume genutzt und die Straßen als Parkplatz. Durch die Parkraumbewirtschaftung sei die Gemeinde dieser Situation ein Stück weit Herr geworden.

Rat genehmigt Kauf eines Parkscheinautomaten

Karl Amann (UBL) möchte die Anzahl der Stellflächen reduziert wissen, um Fahrzeugen eine Wendemöglichkeit zu geben. Klaus Sturm (Freie Wähler) will Einfahrten der Anwohner durch Markierungen schützen. Der Rat war sich einig, dass nur gekennzeichnete Flächen ein wildes Parken verhindern könnten und stimmte der Bewirtschaftung der Uferstraße zu. Er genehmigte die Anschaffung eines Parkscheinautomaten sowie die Kennzeichnung der Straße.

In der Fragestunde kritisierte ein Bürger das Vorgehen der Verwaltung, die die Anlieger nicht in die Planung einbezogen gehabt habe. Zum Teil seien auch Parkplätze auf Wendeplätzen angelegt worden. Ein Bürger zeigte sich irritiert darüber, wie Anwohner von Häusern mit mehreren Parteien Parkplätze für ihre Fahrzeuge finden könnten, da sie nicht auf eigenen Grundstücken untergebracht werden könnten. Der Preis, den die Betroffenen zu zahlen hätten, sei für die Bewirtschaftung zu hoch – gegenüber den Wenigen, die sich beschwert hatten.

 

"Besonders im Sommer wird die Uferstraße zugeparkt."

Uwe Eisch, Bürgermeister