Künftig können auf dem Horner Friedhof Verstorbene in einem dauerhaft begrünten und parkähnlich gestalteten Gemeinschaftsgrabfeld ihre letzte Ruhe finden. Das gärtnergepflegte Grabfeld entstand in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Gaienhofen, der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner (BFG) und der Gärtnerei Denz aus Wangen und richtet sich vor allem an Angehörige von Verstorbenen, die sich nicht um eine Grabpflege kümmern können. Am Donnerstag wurde die Anlage von Pfarrer Stefan Hutter, Oberbürgermeister Uwe Eisch, Thorsten Baede (BFG) sowie von Mitgliedern des Gemeinderates offiziell eingeweiht.

Der gesellschaftliche Wandel wirkt sich auch auf die Friedhofskultur aus. Die Arbeitswelt nötigt Menschen zu einer größeren Mobilität und zum Verlassen des Heimatorts. Angehörige empfinden den Pflegeaufwand der Gräber über die Distanz hinweg oft als belastend. Das komplette Grabfeld wird dauerhaft von der Wangener Gärtnerei Denz gepflegt. Der "Ruhegarten am See" hebt sich deutlich von der Gestaltung traditioneller Gräber ab, die bisher in Reih und Glied angeordnet wurden. Sanft geschwungene Linien und eine abwechslungsreiche Bepflanzung mit Stauden und Gehölzen lassen die Anlage wie einen Garten wirken.

Auf dem 88 Quadratmeter großen Grabfeld entstanden Urnengräber und Sarggrabstätten sowie ein Feld mit einer Urnengemeinschaft, bei dem jeder Verstorbene beim Namen genannt wird. Die genaue Grabstätte wird von Grabsteinen markiert. In Absprache mit der Friedhofsordnung können Angehörige beim Steinmetz ihrer Wahl einen Grabstein aussuchen, so der Geschäftsführer der GBF, Thorsten Baege. Bei Urnenbeisetzungen am Baum werden die Namen der Verstorbenen an Findlingen angebracht. Die Gemeinde hat bisher keine Erfahrung mit der neuen Form der Grablegung. Sollte das Modell gut angenommen werden, so könne es auch auf dem Friedhof in Hemmenhofen ausgeweitet werden, so Bürgermeister Eisch.