In seiner jüngsten Sitzung stimmte der Gaienhofener Gemeinderat dem Entwurf für die Zusammenlegung seiner ehemals vier Feuerwehren in zwei Einsatzabteilungen zu. Mit der Fusion geht die Feuerwehr Hemmenhofen in der Feuerwehr Gaienhofen sowie die von Gundholzen in der Feuerwehr Horn auf. Mit der Änderung der Satzung durch den Gemeinderat schließt ein sensibler und über 18 Jahre andauernder Prozess der Zusammenlegung formal ab. Damit löste Bürgermeister Uwe Eisch sein Wort ein, von Verwaltungsseite her keine Abteilungen zusammenlegen zu wollen: „Das ist das alleinige Thema der Feuerwehr. Den Zeitpunkt müssen sie selbst bestimmen“, so Eisch.

Vorbereitungen laufen seit fast zwei Jahrzehnten

Bereits 2000 gab es erste Bestrebungen, die Feuerwehren zu einer Gesamtfeuerwehr zusammenzulegen. Die Fusion wurde aufgrund der Größe der Gemarkung vom Kreisbrandmeister abgelehnt. Seit 2001 richtete die Gemeinde ihr Konzept dahingehend aus, dass ein Zusammenschluss von je zwei Feuerwehren möglich wird. Sie errichtete neue Feuerwehrgebäude in Horn und Gaienhofen und stattete die Abteilungen mit neuen Löschfahrzeugen im Wert von je 370 000 Euro aus. Die neu gebauten Abteilungen wurden in der Größe einer Fusion angepasst. Die alten Feuerwehrgebäude in Gundholzen und Horn können die Abteilungen weiterhin nutzen, verspricht Uwe Eisch. Lediglich die Einsatzbereitschaft wurde auf zwei Einsatzstandorte reduziert.

Zwei Abteilungen tagsüber nicht einsatzfähig

Bereits seit fünf Jahren proben die Feuerwehrleute der Teilorte gemeinsam ihre Einsätze. Die Abteilungen Gundholzen und Hemmenhofen sind aufgrund ihrer aktiven Mitgliederzahlen tagsüber nicht einsatzfähig. Auch für Proben reichte die Mannschaftsstärke kaum aus. Meist wurden Einsätze gemeinsam mit den größeren Abteilungen geübt. Für die Einsätze rückten die Feuerwehren in Horn oder Gaienhofen mit ihren Löschfahrzeugen aus. Die Zusammenlegung begreift Kommandant Jürgen Graf als einen großen Schritt in die Zukunft. Die einzelnen Abteilungen würden immer kleiner werden und es fehle das Personal. Bei insgesamt 60 Mitgliedern hatten die Feuerwehren vier Vereinsvorstände. Nun werde es nur noch zwei Vorstände in der Gemeinde geben.

Jugendfeuerwehr dient als Vorbild

Die Abteilungen in Gundholzen und Hemmenhofen waren selbst nicht mehr einsatzfähig und haben sich demografisch aufgelöst, begreift Graf die Situation: Auch wirtschaftlich seien vier Abteilungen nicht mehr tragbar gewesen. Mit dem Verlust zweier Abteilungen ginge leider auch ein Stück Dorfleben verloren, bedauert Graf. Der Übergang zu zwei Abteilungen sei fließend und zur Zufriedenheit der Angehörigen vonstatten gegangen, so der Kommandant. Für die Bevölkerung würde sich nicht ändern. Ein Vorteil sei nun, dass die Feuerwehr effektiver zusammenarbeiten könne. Seit mehreren Jahren gibt es eine gemeinsame Jugendfeuerwehr in Gaienhofen. Sie lebe die Fusion der Feuerwehren vor. „Die Jugendliche sind nicht mehr in einem Ortsteildenken verhaftet, wie das die älteren waren“, so Bürgermeister Eisch: Sie üben gemeinsam und gehen gemeinsam auf Zeltlager. Sie sind die Jugendfeuerwehr Gaienhofen.