Bei einer goldenen Hochzeit feiern Ehepaare 50 gemeinsam gelebte Jahre in vielen Lebenslagen. Am Wochenende durften Erika und Edgar Melsbach in Gaienhofen ihr Eheversprechen aus dem Jahr 1967 im Kreis ihrer Familie und vielen Freunden erneut unter Beweis stellen. Beide haben sich in den vielen gemeinsamen Jahren auf ganz unterschiedliche Art auch im öffentlichen Leben engagiert. Während Edgar Melsbach vor allem nach wie vor aktiv im Männerchor und Gesangverein mitwirkt, berichtet seine Frau Erika regelmäßig für den SÜDKURIER über das Leben auf der Höri. Vor allen ihre Samstags-Kolumne "Kochen mit Erika" ist zu einem festen Bestandteil des Radolfzeller SÜDKURIER geworden.

Die Liebe zwischen den Beiden entflammte schon in jungen Jahren im schweizerischen Basel. Der aus dem Rheinland stammende Edgar Melsbach studierte an der dortigen Universität Chemie und Logik, während seine aus Singen stammende spätere Ehefrau Erika als temperamentvolle junge Frau im medizinischen Bereich des Krankenhauses beschäftigt war. 1967 wurde standesamtlich in Singen und kirchlich in Hilzingen geheiratet. Ihr erster gemeinsamer Wohnort war Dingelsdorf. Die beiden Kinder Gudrun und Sigrid seien echte Konstanzer Frichtle geworden, meinte ihre Mutter Erika stolz. Von Dingelsdorf zog das Ehepaar Melsbach in den Radolfzeller Ortsteil Güttingen, wo beide 15 Jahre lang lebten. Dann bauten sie sich 1989 im Gaienhofener Erlenlohweg ein eigenes Haus, in dem sie sich bis heute wohlfühlen.

Mit seinen 83 Jahren fühlt sich Edgar Melsbach noch recht frisch, singt weiterhin in der Männerchorgemeinschaft Moos-Horn und ist Ehrenvorsitzender des früheren Männerchors Horn. Auch seine Frau Erika sprüht immer noch vor Aktivität. Als SÜDKURIER-Mitarbeiterin kann sie bereits auf über 50 Dienstjahre zurückblicken und zählt zu den treuesten Aktiven der Radolfzeller Redaktion. Ihre Kolumne "Kochen mit Erika" besteht seit über zwölf Jahren und wurde längst zu einem echten Klassiker. Ihr persönliches Kochbuch-Archiv umfasst rund 1000 Exemplare. Immer wieder entdeckt sie darin Rezepte für die unterschiedlichsten Gaumen und Geschmacksrichtungen. Zu den Besonderheiten zählt sogar ein Buch aus dem Jahr 1581. Ihre Liebe zur Welt des Kulinarischen scheint ihr in den Genen zu liegen. Schon ihre Mutter sei eine gelernte Köchin gewesen, erzählte Erika Melsbach.

Was ihr privat jedoch wichtig sei, ist ein Netzwerk echter Freunde. So gebe es in ihrem früheren Wohnort Güttingen seit rund 40 Jahren die Gruppe der "Flaschen", der sie nach wie vor angehört. Dies ist jedoch kein Bündnis aus Liebhabern gehaltvoller Getränke. Es sei einfach ein enger Freundeskreis, der gerne gemeinsame Feste organisiert. Früher sei sie auch aktiv in der katholischen Jugend und Frauengemeinschaft organisiert gewesen, obwohl ihr Mann Edgar ein überzeugter Protestant sei. Sie praktizierten seit jeher auch im Privatleben eine perfekte Ökumene, bestätigte das goldene Hochzeitspaar.

Im Namen der Gemeinde Gaienhofen überreichte der stellvertretende Bürgermeister Bernd Sutter einen Geschenkkorb mit einem persönlichen Anerkennungs- und Dankschreiben des verhinderten Bürgermeisters Uwe Eisch. Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann ließ eine Glückwunschurkunde überreichen.