Rosen blühen und duften seit Menschengedenken. Schon vor der Zeitenwende gab es in chinesischen und persischen Gärten üppige Rosenanlagen. Rosen blühten unentwegt durch die Jahrtausende. Menschen banden sie zu Kränzen und Sträußen, sie wurden unsterblich in der Poesie und in der Kunst. Die Römer verliehen ihren Kriegshelden Rosengebinde anstelle von Orden. Man verehrte die Rosen, trocknete, destillierte, füllte sie in Kissen, trat sie sogar mit Füßen. Kein Fest wurde in Rom gefeiert ohne üppige Rosendekoration. Unter Kaiser Nero regnete es bei Gelagen Rosenblätter auf die Gäste; man trank Rosenwein, die Trinkschalen waren mit Rosen umkränzt und duftendes Rosenwasser sprühte aus Springbrunnen.

Jahrhunderte später wurden die Rosen auch bei uns heimisch, zuerst in den Klostergärten des Mittelalters und in den Burggärten der Ritterfrauen. Sie blühten und dufteten in den Parkanlagen der Renaissance, des Barock und der Romantik. Johann Wolfgang v. Goethe bekannte: „Ich liebe die Rose als das Vollkommenste, was die Natur als Blume gewähren kann.“ Weit in die Geschichte zurück geht auch die Tradition, mit Rosenblüten zu kochen, zu würzen und sie zu essen.

Wie wär's mal mit Rosenblättern in süßem Teigmantel?

Im Mittelalter war es gang und gäbe, mit Blumen zu kochen. Man machte damals keinen großen Unterschied zwischen Blumen und Gewürzen. Bis ins 19. Jahrhundert hinein fanden die duftenden Rosen in der Küche Verwendung, indem man die unzerstückelten Blütenblätter in eine Mischung von Eigelb, Zucker, Süßmandelmilch, Zimt und Zitronenschale getunkt und dann in Schmalz oder Butter gebacken hat. Rosenblüten wurden auf mancherlei Art zu Delikatessen verarbeitet und als solche bekannt und beliebt. Marmelade, Konfekt, Crèmes und Süßspeisen aus Rosen waren Spezialitäten. Man aromatisiert manch Eßbares mit Rosenwasser, zum Beispiel Marzipan, stellt kandierte Rosenblätter her oder Gelee aus Rosenblättern oder auch einen Rosensirup.

In alten Rosenblüten-Rezepten wird empfohlen, möglichst Centifolia (die Hundertblättrige) zu verwenden. Da sie oft nicht zu bekommen ist, können auch andere Sorten genommen werden. Man sollte aber stets darauf achten, dass es besonders stark duftende Rosen sind, weil nur diese das gewünschte Aroma deutlich abgeben können.