Steckborn und Berlingen liegen nur 1100 Meter von Gaienhofen entfernt – lediglich der Untersee trennt die Ortschaften voneinander. Was die Gemeinden auf deutscher und Schweizer Seite verbindet ist die Kultur, der Tourismus und eine Fähre, die ab dem 1. Mai wieder Fahrt aufgenommen hat und von den Ortschaften gemeinsam gefördert wird. Einmal im Jahr verabreden sich die Vertreter der drei Gemeindeparlamente auf der Höri-Fähre „Seestern“ zu einem kulinarischen Treffen auf See, zu einem informellen Austausch und einer gemeinsamen Verständigung über die Seegrenze hinweg. Was beinahe in Vergessenheit geriet: Schulklassen und Kindergärten der drei Gemeinden am Untersee haben über die Saison hinweg freie Fahrt auf der Höri-Fähre, erinnerte Kapitän Harald Lang.

Was in Berlingen geboten ist

Annemarie Moret ist Gemeindepräsidentin von Berlingen. Bei einem Besuch ihrer Gemeinde empfiehlt sie das Geburts-, Arbeits- und Wohnhaus des Thurgauer Malers Adolf Dietrich. Der Kunstmaler wurde 1877 als Sohn eines Kleinbauern in Berlingen geboren und verdiente seinen Lebensunterhalt zunächst als Maschinenstricker, Bahn- und Waldarbeiter. Dietrich malte bis in die 1920er-Jahre nur in seiner Freizeit bis er sich mit den ersten großen Erfolgen ganz der Malerei widmen konnte. Seine Werke werden der neuen Sachlichkeit zugeordnet. Dietrich gilt als ein Hauptvertreter der naiven Malerei. Seine Werke werden nicht nur in seinem Heimatort Berlingen gezeigt, sondern auch in Berlin, Paris und New York. Die Malstube im ersten Obergeschoss blieb nach seinem Tod 1957 erhalten.

Barrierefreies Ferienhotel

Einmal im Jahr lädt die Chirbi am vierten Wochenende im Juli bis zum Montagabend ein. Am Sonntag beleben rund 30 Schausteller die Ortschaft. Vor vier Jahren eröffnete in Berlingen das erste konsequent barrierefrei angelegte Ferienhotel der Schweiz mit schwellenlos erreichbaren Balkonen und eigenem Hotelgarten. Ihm gegenüber und auf der anderen Seeseite der Gaienhofener Ortschaft Horn liegt das ebenso barrierefreie angelegte Hotel Seehörnle.

Museum im Turmhof von Steckborn

Der designierte Stadtpräsident von Steckborn, Roman Pulfer tritt sein Amt im Juni an. Gleich in der Nähe des Hafens von Steckborn befindet sich der Park Feldbach in dem der Besucher Entspannung finden kann, so Pulfer. Vom Parkplatz Eichhölzli habe man einen besonders schönen Ausblick auf den Untersee und die Vulkanhöhen im Hegau. Das Museum im Turmhof prägt die Stadtsilhouette von Steckborn. Es war einst Sitz der Äbte der Reichenau und zeigt nun die Geschichte und Kultur des Untersees mit zeitgeschichtlichen Funden. Ein besonderer Schwerpunkt ist dem Steckborner Ofenbau und dem Klöppeln gewidmet. Das Museum ist ab dem 19. Mai geöffnet. Ab dem 3. Mai lockt das Tanzfestival tanz:now 2019 zeitgenössischen Tanz aus der Schweiz nach Steckborn. Bei freiem Eintritt feiert am 6. Juli die Stadt Steckborn das Sommernachtsfest mit Konzerten, dem größten Feuerwerk am Untersee und einem Nachtflohmarkt.

Dix und Hesse auf der Höri

Die Höri sei durch seine unberührte Natur und dem sanften Tourismus ein sehenswerter Landstrich, schwärmt der Bürgermeister von Gaienhofen, Uwe Eisch. Seine Interpretation vom sanften Tourismus ist der Einklang mit der Natur und der Kulturlandschaft. Die Nähe zur Schweiz und die Naturbelassenheit des Landstrichs hat viele Künstler auf die Höri gebracht – unter ihnen der Maler Otto Dix nach Hemmenhofen und der Autor Hermann Hesse nach Gaienhofen. Beide Museen über die Künstler werden in den Ortschaften von Gaienhofen betrieben. Durch den großen Freundeskreis von Hermann Hesse findet das ihm gewidmete Museum immer wieder neue Ansatzpunkte, bei denen diese Künstlerfreundschaften beleuchtet werden.