Die Unabhängige Bürgerliste (UBL) stellt im Gemeinderat mit vier Sitzen die meisten Mitglieder. Man muss sich also Gedanken machen, wie man den politischen Einfluss auf das Gemeindeleben halten kann. Klaus Engelmann, zwanzig Jahre lang Mitglied im Gemeinderat Gaienhofen und fünf Jahre im Kreistag, sagt: "Demokratie lebt vom Mitmachen."

Es gehe darum, die Bürger zu motivieren, sich in eine Gemeinde einzubringen. Nach der Wahl, so sagt Engelmann, sei auch gleich vor der nächsten Wahl, ein ständiger Prozess also. "Wir haben jede Möglichkeit gesucht, Mitbürger in unserer Gemeinde anzusprechen.

Um so mehr freue ich mich jetzt, dass so viel jüngere Menschen sich politisch engagieren wollen", schildert Karl Amann, langjähriges Gemeinderatsmitglied in Gaienhofen.

Schulstandort soll erhalten bleiben

Das Durchschnittsalter der Kandidaten habe sich auf 43,5 Jahre gesenkt, bestätigt Klaus Engelmann und führt dies auf eine lebendige Kommunikation mit den Bürgern der Gemeinde Gaienhofen zurück. Es käme dabei weniger auf eine parteiliche Ausrichtung an. Viel wichtiger sei es, dass auf kommunaler Ebene Entscheidungen getroffen werden, die die Bürger mittragen können.

Gaienhofen soll lebenswert bleiben, so die Kernaussage. "Dazu gehört auch, dass nicht jedes Jahr über eine Erhöhung der Kindergartengebühren beraten wird", fordert Karl Amann. Wer solle das irgendwann noch bezahlen können? Auch der Schulstandort Horn müsse erhalten bleiben.

"Wenn wir einmal sehen, wie viel Geld die Gemeinde durch Tourismusabgaben insgesamt einnimmt, dann müssen diese Einnahmen auch dafür wieder ausgegeben werden", sagt Ingo Bucher-Beholz. Er bemängelt, dass sich der Zustand von öffentlichen Plätzen verschlechtert habe. Vor mehr als dreißig Jahren habe Gaienhofen einen Preis beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" gewonnen. Davon sei man heute weit entfernt. 

Ein weiteres Problem sei das knappe und teure Angebot an Wohnungen. "Wir müssen dafür sorgen, dass junge Familien auch in Gaienhofen und seinen Ortschaften wohnen bleiben können," so die Forderung der UBL.