92 Schüler der Evangelischen Schule Schloss Gaienhofen haben in einer gottesdienstlichen Feier ihre Abiturzeugnisse und Auszeichnungen entgegengenommen. Wie die Schule in einer Pressemitteilung schrieb, fand die Feier auf Wunsch der 49 Abiturienten des Allgemeinbildenden Gymnasiums und 43 des Wirtschaftsgymnasiums der Tradition gemäß in kirchlichem Rahmen statt.

Da die Melanchthonkirche zurzeit renoviert wird, leistete die Lutherkirche in Singen „Amtshilfe“, womit Zeugnisübergabe und Abiball in der Singener Stadthalle in zeitlicher und räumliche Nähe stattfinden konnten.

Auf dem Weg ins Unbekannte

Schulpfarrer Arnold Glitsch-Hünnefeld eröffnete die Feier mit einer Besinnung zu den Worten „Ihr sollt ein Segen sein!“. Dieses Motto des 1. ökumenischen Kirchentags war eine freie Übertragung der in Genesis 12,2 an Abraham gerichteten Worte: „Du sollst ein Segen sein“.

Die Absolventen zeichnet laut Schule ein konstruktiv kritisches Bewusstsein aus: Sie waren nicht nur dadurch, sondern in vielfältiger Weise schon während ihrer Schulzeit ein Segen für ihre Mitmenschen und träten nun im Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten und auf die Leitung und Begleitung Gottes – wie Abraham – ihren Weg ins Unbekannte an.

Schulleiter lobt Notendurchschnitt

Schulleiter Dieter Toder griff dies in seiner Rede auf und charakterisierte die jungen Menschen, die vor der anspruchsvollen Aufgabe stehen, eine globalisierte, sich ständig wandelnde Welt zu gestalten, deren Zukunft weniger denn je absehbar sei.

Abiturientin Katharina Geßner, die für ihr Engagement mit dem Turmkreuz ausgezeichnet wurde, und Schulleiter Dieter Toder.
Abiturientin Katharina Geßner, die für ihr Engagement mit dem Turmkreuz ausgezeichnet wurde, und Schulleiter Dieter Toder. | Bild: Hans-Jürgen Mrotzek

Aber bei einem Jahrgang mit einem lange Jahre nicht mehr erreichten Durchschnitt von 2,0 – in welchem sich vier Schüler das Traumergebnis von 1,0 erarbeiten konnten – zeigte sich Dieter Toder zuversichtlich, dass die Herausforderungen unserer Welt in guten Händen lägen.

Keine Flüge bei Studienfahrten mehr

Die Schule könne, so Toder, nur begrenzt Orientierung geben, entscheidend sei die Bereitschaft von Schülern, Probleme anzugehen und den richtigen „Zuschnitt für Zukunftsthemen“ zu finden. Ein Beispiel sei ein Antrag der Schüler an die Gesamtkonferenz gewesen: „Ihr habt die demokratische Verfasstheit unserer Schule nicht attackiert oder ignoriert, ihr habt sie genutzt, um eure Anliegen bezüglich der Studienfahrten zu formulieren und durchzubringen: künftig wird hierbei auf Flugreisen verzichtet werden, künftig werden die Schüler stärker in die Planung und Durchführung der Fahrten eingebunden sein.“

Aus den Worten des Elternbeirates, der Abiturienten selbst und des Freundes- und Förderkreises sprach Dank für die Begleitung während der vergangenen Jahre und gleichzeitig der Ausblick auf eine Welt, in der das Erworbene zur Anwendung kommen werde. Nicht nur an der Menge der Preise und Auszeichnungen sei ablesbar gewesen, dass ein außergewöhnlicher Jahrgang die Schule verlasse.

„Wir sind und bleiben Gaienhofener“

Tom Franklin, der die Abiturrede für das Allgemeinbildende Gymnasium hielt, hob das Engagement einer Mitschüler hervor, das ursächlich für ein ausgeprägtes Wir-Gefühl und für eine bleibende Identifikation mit der Schule sei: „Wir sind und bleiben Gaienhofener.“ Der Freundes- und Förderkreis, der diese lebenslange Gemeinschaft unterstützt, lud die Absolventen ein, das weltweite Netzwerk der „Ehemaligen“ zu nutzen.