Auf dem Grünstreifen oberhalb des Hugenberg-Spielplatzes sollen in naher Zukunft vier Einfamilien-Häuser gebaut werden. Die direkten Nachbarn aus dem Albert-Schweizer-Weg und dem Hermann-Eris-Busse-Weg haben ihre Kritik an der geplanten Bebauung mit einem Schreiben an die Stadtverwaltung Engen deutlich gemacht. Darin geben sie zu verstehen, dass der Grünstreifen einem großen Gebiet als Naherholungszone diene und als solche erhalten werden solle. Als Alternative schlugen die Anwohner auch eine kleinere Bebauung mit nur zwei Häusern vor. Nach einem Vorort-Termin, den CDU-Rat Jürgen Waldschütz auf den Weg gebracht hatte, fanden sich die Anwohner von der Verwaltung nicht richtig verstanden. Auf diese Kritik ging Bürgermeister Moser im Gespräch mit dem SÜDKURIER noch einmal ein.

Baulücken werden nach und nach geschlossen

„Wir haben eine riesige Nachfrage nach Grundstücken und Wohnungen in Engen„, so Moser zur aktuellen Lage in der Stadt. Neben den Baugebieten habe die Stadt auch schon in der Vergangenheit immer wieder Baulücken nachverdichtet. So zum Beispiel mit den Mehrfamilienhäusern in der Seestraße oder einzelnen Grundstücken im Reigenäcker oder an der Hewenstraße mit Einfamilienhäusern. Bei dem Grünstreifen Hugenberg Nord handle es sich um keine allzu großen Flächen, so dass man hier nach dem Paragraph 13 b im Baugesetzbuch ein beschleunigtes Bauverfahren nutzen könne. Die Fläche zur Naherholung sieht Bürgermeister Moser durch die neue Bebauung nicht stark beschnitten. „Der Spielplatz ist einer der größten in Engen und bleibt wie er ist“, so Moser. Auch die großen Büsche, die den Spielplatz zum Hugenberg Nord hin begrenzen, blieben bestehen. Zudem verweist Moser auf eine Vielzahl an Freiflächen, die es weiterhin in diesem Gebiet gebe, wie zum Beispiel unterhalb des Franzosen-Wäldchens oder nahe dem Waldorfkindergarten.

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Ursprünglich waren hier Reihenhäuser geplant

Wie bereits CDU-Rat Martin Schoch, der bei dem Vorort-Termin dabei war, betont auch Johannes Moser, dass es sich bei der aktuellen Planung bereits um eine abgespeckte Variante handelt. „Eigentlich waren hier usrprünglich 12 Reihenhäuser vorgesehen. Das wäre aber eine zu arge Verdichtung gewesen“, gibt Moser zu verstehen. Allein nur mit Einfamilienhäusern werde die vorgeschriebene Dichte der Einwohner auf eine bestimmte Fläche nicht erfüllt. Das schaffe nur der Geschosswohnungsbau, der in den vergangenen Monaten mit neuen Mehrfamilienhäusern in der Hewenstraße und an der Friedrich-Hölderlin-Straße stark vorangekommen sei. Bis im neu geplanten Baugebiet Schwarzwaldstraße losgelegt werden könne, vergingen sicher noch zwei Jahre. Umso wichtiger schätzt Moser die Nachverdichtung von Baulücken, wie hier am Hugenberg, ein. Der Grünstreifen gehöre der Stadt seit etwa zehn Jahren. Die große Nachfrage in der Hegau-Stadt schlägt sich auch in den Grundstückspreisen nieder. Der Quadratmeter im Hugenberg Nord soll 320 Euro kosten. „Das sind auch besonders schön gelegene Grundstücke mit Südlage“, gibt Moser zum Preis zu verstehn. Mit etwa 300 Euro pro Quadratmeter sei aber künftig in Engen zu rechnen.

Baugebiet wird noch einmal Thema im Gemeinderat

In der nächsten Gemeinderatssitzung soll die Bebauung am Hugenberg Nord noch einmal Thema sein, so Moser. Dann wird auch über die möglichen Dachformen diskutiert. Bisher sind hier unter anderem auch Flachdächer vorgesehen. Die Anwohner kritisierten diese Dachform, weil sie sich nicht in die vorhandene Bebauung einfüge.