In der Evangelischen Christuskirche in Aach wurde ein besonderes Jubiläum gefeiert: Vor 200 Jahren schlossen sich die Kirchen der lutherischen und der reformierten Konfessionen zur Union der Evangelischen Kirchen in Baden zusammen. „Wir feiern mit einem literarisch-kulinarischen Konzertabend Geburtstag“, begrüßte Pfarrerin Barbara Kündiger die Gäste zum Auftakt. Dieser Abend galt Johann Peter Hebel (1760-1826). Er war nicht nur Mundartdichter und Theologe, sondern auch Architekt dieser Union.

„Es war ein schwieriger Weg, aber ihm ist es 1821 gelungen, das zusammen zu führen, was lange zusammen gehörte“, so Kündiger. Johann Peter Hebel gilt aber auch als der Mundartpionier der alemannischen Sprache.

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Ludwig Egenhofer las Erzähltexte. Sopranistin Dorothea Rieger trug in Begleitung von Roland Uhl am Piano Liedfassungen seiner Dichtung von Robert Schumann und Felix Mendelssohn-Bartholdy vor. Abgestimmt auf die Inhalte der Texte und Lieder erzählte Kündiger aus dem Leben des Dichters.

Geschichte des Künstlers

In Basel geboren, verbrachte Hebel einen Teil seiner Kindheit in Hausen im Wiesental bei Schopfheim, dem Heimatdorf seiner Mutter. Dort besuchte er die Schule, studierte später in Erlangen Theologie und arbeitete als Pfarrer und Lehrer. Wie Kündiger berichtete, musste Hebel auch miterlebten, dass bei Napoleons Russlandfeldzug 1812 von 7000 Badenern nur 68 Mann in die Heimat zurückkamen. „Als Elfjähriger schon Vollwaise, wird er später sagen: ‚Ich habe alles erlebt‘“, so Kündiger.

Auf unterhaltsame Weise und bei kleiner Bewirtung bot der Abend einen Einblick in das Leben und die Texte des Mundartdichters. Die Texte hatte Ludwig Egenhofer aus dem Baseler Alemannisch in den hiesigen Dialekt übersetzt. Sie erzählen von den kleinen Dingen und der Natur. Im Lied Vom Kirschbaum lässt Hebel Gott zu den Jahreszeiten sprechen, damit der „Chriesbaum“ Früchte treibt. Er erzählt vom Gewitter, das unter den Menschen Angst und Schrecken verbreitet. Das Bübli aber verschläft das Unwetter.