Problemlos bewältigt das 68-PS-“Wahlkampfmobil„, gelenkt von Johannes Moser, die Steigungen nach Stetten und, über Zimmerholz, nach Biesendorf und Bargen. Zu seiner ersten Ortsteiltour mit Ehefrau Sonja hat Engens Bürgermeister, Baujahr 1959, einen VW T3, Baujahr 1989, mitgebracht.

Überall ein Thema war der Zustand von Feldwegen und einzelnen Straßen. Die Instandhaltung sei schwierig, räumte Moser, hier in Stetten, ein: Viele Großprojekte und eine Unterbesetzung im Bauamt habe Personal gebunden.
Überall ein Thema war der Zustand von Feldwegen und einzelnen Straßen. Die Instandhaltung sei schwierig, räumte Moser, hier in Stetten, ein: Viele Großprojekte und eine Unterbesetzung im Bauamt habe Personal gebunden. | Bild: Holle Rauser

Moser: „Ein Oldtimer kommt mit Oldtimer“

Natürlich ist das Auto auch ein Statement: Normalerweise hilft der vom Oldtimerclub vermittelte Leih-Wagen seiner Besitzerin bei der Gartenarbeit, bei der Wahltournee durch die Ortsteile soll er wohl ebenfalls tatkräftiges Anpacken symbolisieren.

Der Start in Stetten

Der Startschuss fällt in Stetten, wo man zum Schluss doch noch das Wort „Windkraft“ hört. „Das ist immer noch Thema im Dorf“, betont Michael Mayer, Sprecher der Bürgerinitiative, die begrüßt, dass nur zwei statt drei Anlagen gebaut werden. Auf der Stettener Wunschliste steht ein ordentlicher Vorplatz am Bürgerhaus. Der Glasfaserausbau ist ebenfalls interessant, auch wenn die Ortschaft seit der Richtfunk-Lösung besser versorgt ist. Ein Ärgernis: dass der Bolzplatz als Holzlager dient. Moser verspricht Abhilfe.

Vorsicht, Bürgermeister auf Anfahrt: Am Samstag Johannes Moser mit seinem Wahlkampfmobil in Anselfingen, Bittelbrunn, Neuhausen und Welschingen.
Vorsicht, Bürgermeister auf Anfahrt: Am Samstag Johannes Moser mit seinem Wahlkampfmobil in Anselfingen, Bittelbrunn, Neuhausen und Welschingen. | Bild: Holle Rauser

Ein Boxenstopp in Zimmerholz

Eben noch hat der amtierende Bürgermeister auf der Fahrt die „Straßenparker“ als „Raserbremse“ gelobt, da kommt im Dorf die Kritik: Die großen Traktoren würden dadurch teilweise auf den Gehweg ausweichen. Außerdem verkomme der Dorfplatz zum Parkplatz, es gebe verwahrloste Ecken, der Friedhof sei nicht gepflegt und es fehle Bauland. „Zimmerholz blutet aus, es kommen wenig junge Leute“, so ein Bürger. Es wird beklagt, dass Hundebesitzer und Mountainbiker die Wege zuparkten. „Die angedachte Mountainbike-Strecke wäre eine Katastrophe“, sagt eine Bürgerin, die auch auf die dadurch erschwerte Bejagung hinweist.

Auch in Zimmerholz gibt Johannes Moser zunächst einen Überblick über die Ziele der Gemeindepolitik wie Wohnungsbau, Bildung und Klimaschutz. Anschließend kommen die Bürger zu Wort.
Auch in Zimmerholz gibt Johannes Moser zunächst einen Überblick über die Ziele der Gemeindepolitik wie Wohnungsbau, Bildung und Klimaschutz. Anschließend kommen die Bürger zu Wort. | Bild: Holle Rauser

Ziel: Mehr Bauland

„Wir möchten gerne Bauland ausweisen, sind aber auf die Eigentümer angewiesen“, sagt Moser. Beim Friedhof sei ein Grabfeld denkbar, die Idee von Parkbuchten auf der Ortsdurchfahrt greift er auf. Ein Parkverbot auf dem Dorfplatz könnte das Abstellen von Autos eindämmen. Die Kennzeichen der Feld-, Wald- und Wiesen-Parker sollten umgehend der Stadt gemeldet werden. Lob gibt es von den Zimmerholzern für die Gehrenstraße, die Sanierung des Bürgerhauses steht in den nächsten Jahren an.

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Pole-Position in Bargen

Hier wird Moser von rund 25 Einwohnern wohlwollend empfangen. Schließlich waren kurz zuvor die Tempo-30-Schilder installiert worden. Das Durchfahrtsverbot für Lastwagen könnte noch kommen, so der Bürgermeister. Zudem werde auch hier das Bürgerhaus in den nächsten Jahren saniert. Einen Wunsch kann Moser allerdings nicht erfüllen: Leandro (11) hätte gerne einen Kiosk im Ortsteil.

Hat auf der Pritsche Platz genommen: Johannes Moser in Biesendorf. In Biesendorf lobte der Bürgermeister die Selbstverwaltung im Dorf: Wir haben hier einen aktiven Ortschaftsrat, der vieles selbst in die Hand nimmt.
Hat auf der Pritsche Platz genommen: Johannes Moser in Biesendorf. In Biesendorf lobte der Bürgermeister die Selbstverwaltung im Dorf: Wir haben hier einen aktiven Ortschaftsrat, der vieles selbst in die Hand nimmt. | Bild: Holle Rauser

Zielgerade Biesendorf

Auch im entferntesten Ortsteil scheint man zufrieden. Ob Friedhof oder Brunnen, der „städtische Bauhof arbeitet tipptopp“, so Ortsvorsteher Reinhold Mayer. Ein wichtiges Thema: schnelles Internet „Wir würden gerne dieses Jahr die Erschließung anfangen“, betont Moser.

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