Die historischen Mauern des ehemaligen Dominikanerklosters unterstreichen die Ruhe, die die Arbeiten von Christiane Pieper in den Raum ausstrahlen. Erst bei näherer Betrachtung lassen die auf Blau, Ocker oder Grün reduzierten Farbkompositionen Risse und Strukturen erkennen, die durch den Auftrag mehrerer Farbschichten entstanden sind. „Reflexion“ ist der Titel der Ausstellung der Stubengesellschaft im Städtischen Museum Engen. Sie spiegelt das Malen von „weniger ist mehr“ wider und lädt zum genauen Hinschauen und Entdecken.

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Christiane Pieper setzt mit ihrer reduzierten Malerei den überladenen visuellen Eindrücken etwas entgegen. Sie möchte sensibilisieren für das, was sich hinter der Oberfläche verbirgt. Ihre Werke lassen Raum für eigene Wahrnehmung und Stimmungen. Wie Yala Spiegel in ihrer Laudatio ausführte, habe Pieper sich in ihrer Malerei befreit von der klassischen Herangehensweise und lasse im Arbeitsprozess ihrer Intuition freien Lauf. Die Künstlerin selbst sagt: „Das Bild soll nicht gekünstelt werden und nichts verstecken. Es entwickelt sich im Prozess selbst.“ Spiegel erläuterte, dass die Künstlerin Farbschicht für Farbschicht ineinander arbeitet, Farbe aufträgt, übermalt und wieder reduziert, und so neue Welten erschafft und Tiefen entstehen lässt, die die Betrachtenden auf subjektive Weise wahrnähmen und die visuelle Ästhetik des Werks vollendeten.

Wirbelnde Elemente kämpfen sich an die Oberfläche

In den Arbeiten würden sich Azurblau und Cyanblau zu scheinbar wirbelnden Elementen ergänzen, Türkisblau kämpfe sich an die Oberfläche des Bildes und stehe in direkter Gegenüberstellung zu Kobaltblau. Wie mit der Farbe Blau spiele Pieper auch mit Grüntönen, die vom satten Grasgrün über Olivgrün bis zu Mintgrün changieren. Zu den abstrakten Farbkompositionen sind im kleinen Nebenraum in Grüntönen auch figurativ gemalte Früchte zu sehen. Neben Kunst bot die Vernissage auch musikalischen Genuss, gespielt von Felicitas Balzer am Piano und Lennart Pieper am Cello. Die Ausstellung ist noch bis zum 29. Januar zu sehen.