Die Luft ist rein – so könnte die Aussage der Firma Storz für ihre Asphaltmischanlage in Welschingen umschrieben werden. Nachdem die Straßenbaufirma ihre Welschinger Anlage in mehrfacher Hinsicht optimiert hat, lud sie Vertreter des Gemeinderats und der Stadtverwaltung ein, sich vor Ort selbst ein Bild zu machen. Hintergrund ist der seit vielen Jahren schwelende Ärger der Anwohner über den Geruch, der sich regelmäßig über den Engener Teilort legt. Nach Diskussionen im Zuge eines geplanten Umbaus der Anlage im Jahr 2018, gab es einen runden Tisch zwischen der Stadt Engen und der Firma Storz. Mit ihren Maßnahmen möchte die geschäftsführende Gesellschafterin von Storz, Susanne Gräfin Kesselstatt, im Zeichen einer guten Nachbarschaft, der Stadt und damit vor allem den Anwohnern entgegenkommen.

Mehrere Maßnahmen sollen helfen

Seit dem letzten Gespräch mit der Stadt Engen hat die Firma Storz optische Maßnahmen sowie solche zur Geruchsminderung umgesetzt. Dazu gehört zum einen die Verlegung der Lagerbereiche für Recyclingasphalt in den Osten des Werksbereichs. Dieser Bereich sei von Welschingen aus nicht einsehbar, so die Erläuterung von Storz. Das hier gelagerte Material sei völlig geruchlos, so Projektleiter Betram Lelanz, unter dessen Federführung die Maßnahmen verwirklicht wurden. Zusätzlich verfügten die neuen Lagerbereiche über eine asphaltierte Fläche und eigene Entwässerung. Den Abfluss des durch den Asphalt verunreinigten Regenwassers ins Erdreich gehörte zu einem der Kritikpunkte, die die Anwohner in den vergangenen Jahren hatten. Anstelle des früheren Lagerbereichs im Westen befinden sich heute Kurzzeitparkplätze für LKWs vor ihrer Beladung. Der Bereich, so die Ausführungen der Firma Storz, sei mit einem begrünten Erdwall versehen worden und sei so von außen nicht mehr einsehbar. Für diese Umgestaltung bedankte sich Bürgermeister Johannes Moser vor Ort besonders.

Storz-Projektleiter Betram Lelanz erläutert die Maßnahmen, die künftig Asphalt-Geruch in Welschingen vermeiden sollen.
Storz-Projektleiter Betram Lelanz erläutert die Maßnahmen, die künftig Asphalt-Geruch in Welschingen vermeiden sollen. | Bild: Firma Storz
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Enzyme sollen Geruch neutralisieren

Um den Geruch in Welschingen zu verhindern, hat die Firma Storz im vergangenen Jahr eine Anlage zur Geruchsneutralisation bei der Asphaltverladung einbauen lassen. Konkret funktioniert das so, dass ein Düsensystem beim Asphaltverladen einen Sprühnebel auf Enzymbasis erzeugt, der den Geruch neutralisiert. Das System sei bei jedem Verladevorgang in Betrieb, erläuterte Betram Lelanz. Johannes Moser lobte das Unternehmen für sein Engagement, auch weil es sich hier um kostspielige und vor allem freiwillige Maßnahmen handle. Besonders freute sich der Engener Bürgermeister über die Zusage vor Ort, dass auch noch der Schüttturm abgedichtet werden soll. Dieser stoße, laut Beobachtungen von Stadtrat Armin Höfler, regelmäßig Dämpfe aus, die die Nachbarn an den Geruch bei der einstigen Teerproduktion erinnern. „Ich freue mich über die Zusage des Projektleiters. Das ist eine gute Nachricht für die Bewohner“, gab Johannes Moser im Gespräch mit dem SÜDKURIER zu verstehen.

UWV-Stadtrat Armin Höfler konnte sich gemeinsam mit den Ausschussmitgliedern die Funktionsweise der neuen Geruchsneutralisation anschauen und beschnuppern.
UWV-Stadtrat Armin Höfler konnte sich gemeinsam mit den Ausschussmitgliedern die Funktionsweise der neuen Geruchsneutralisation anschauen und beschnuppern. | Bild: Firma Storz

Stadträte loben Einsatz der Firma Storz

Nach ihrem Besuch bei der Firma Storz loben auch die Mitglieder des Technischen Ausschusses den Einsatz der Baufirma. CDU-Rat Bernd Maier betont, dass die Firma kontinuierlich an der Reduzierung der gesetzlich immer eingehaltenen Grenzwerte gearbeitet habe. „Umso erfreulicher ist das freiwillige Engagement und Bemühen der Firma Storz zu bewerten, die Immissionen weiter zu senken“, so Maier. Auch SPD-Rat Tim Strobel zieht ein positives Fazit nach dem Firmenbesuch: „Ich habe grundsätzlich den Eindruck gewonnen, dass die Firma regelmäßig mit uns Gemeinderäten und der Stadtverwaltung in Kontakt treten möchte, um aktuelle Herausforderungen gemeinsam zu lösen und ein verträgliches Miteinander in Welschingen zu gewährleisten.“ Noch könne aufgrund des kurzen Zeitraums und der geringen Auslastung wenig Angaben gemacht werden, ob sich die Geruchsbelästigung für die Welschinger reduziert hat, so UWV-Stadtrat Gerhard Steiner. Auch er lobt den Aufwand der Firma Storz und wertet es als positiv, dass nun auch noch der Schüttturm abgedichtet werden soll.