Was für eine Leistung, was für Ausnahmetalente: Das Konzert des Streichquartetts Leonkoro riss seine Zuhörer zu minutenlangem Applaus hin. Das junge Musikquartett war auf Einladung der Stubengesellschaft ins Engener Museum gekommen. Mit Streichquartetten von Dmitri Schostakowitsch (1906–1975) und von Beethoven hatte das Ensemble sehr komplex strukturierte Musikstücke ausgewählt. Mit einer Dauer von jeweils knapp 30 Minuten stellen sie Höchstanforderungen an die Musiker.

Dagegen schien das „Divertimento“ von Mozart, das zum Auftakt gespielt wurde, fast wie eine Aufwärmübung. Der russische Komponist Schostakowitsch schrieb das „Streichquartett Nr. 3 F-Dur op.73“ unter den Eindrücken des gerade beendeten Zweiten Weltkriegs einerseits und unter der Schreckensherrschaft Stalins andererseits.

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Diese Atmosphäre hatte der Komponist in differenzierte, manchmal dissonante, sich steigernde Klangbilder eingefangen, die von den Streichern mit viel Intensität und Virtuosität vorgetragen wurden. Das fulminante Finale des Werks, „Die große Fuge“, galt lange als unspielbar. Nicht für Leonkoro, die diese Herausforderung meisterhaft und gekonnt umsetzten.

Schon viele Preise errungen

Der kometenhafte Aufstieg der jungen Musiker führt sie bereits in viel größere Hallen. 2019 in Berlin gegründet, wurde das Quartett um die Brüder Jonathan (erste Geige) und Lukas Schwarz (Cello), Amelie Wallner (zweite Geige) und Mayu Konoe (Bratsche) 2021 unter anderem beim Streichquartettwettbewerb Premio Paolo Borciani (2. Preis, 1. Preis wurde nicht vergeben) und beim Kammermusikwettbewerb der Alice-Santer-Stiftung (1. Preis) ausgezeichnet. 2022 errang das Quartett unter anderem den 1. Preis sowie neun von zwölf Sonderpreisen beim Internationalen Streichquartett Wettbewerb der Wigmore Hall London.