Es sind gute Nachrichten für die Stadt Engen in finanziell angespannten Zeiten. Das hundertprozentige Tochterunternehmen Stadtwerke kann eine positive Jahresbilanz vorzeigen. Alle Geschäftsbereiche der Stadtwerke hätten in 2020 besser abgeschnitten als geplant, berichtete Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Sartena in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Unterm Strich steht ein Jahresüberschuss von 517.000 Euro. Das seien 80.000 Euro mehr als geplant, so Sartena.

Höhere Erlöse bringen gutes Ergebnis

Im Hinblick auf die Pandemie zeigte sich Peter Sartena glücklich darüber, dass die Versorgungssicherheit mit Strom, Gas, Wasser und Telekommunikation zu jeder Zeit geboten war. Als Begründung für das gute finanzielle Ergebnis im Corona-Jahr führte er höhere Umsatzerlöse an. 2020 wurde demnach mit 634.000 Kubikmeter mehr Wasser abgenommen als geplant.

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Unter anderem machte Sartena dafür den heißen Sommer und viele Pools und Planschbecken verantwortlich. Im vergangenen Jahr konnten die Stadtwerke mehr Stromkunden gewinnen. Das Ergebnis für den Bereich Strom sank aber auf 227.000 Euro, da 24.000 Kilowattstunden weniger an Strom verkauft wurden. Als Begründung nannte der Geschäftsführer hier stromsparende Maßnahmen bei den Kunden und den Ausbau der Eigenerzeugung. Der Verbrauch beim Gas habe mit 52 Millionen Kilowattstunden auf Vorjahresniveau gelegen. Besonders erfreut zeigte sich der Geschäftsführer über die positive Entwicklung der Telekommunikationssparte, die zum zweiten Mal positiv abschließt.

„Mit Blick zurück sind wir froh, dass wir unsere Aufgaben der zuverlässigen Strom- und Gasversorgung, der Trinkwasserversorgung und der Telekommunikation in Engen ohne Einschränkungen erfüllen konnten.“Peter Sartena, Geschäftsführer der Stadtwerke Engen zum Corona-Jahr 2020
„Mit Blick zurück sind wir froh, dass wir unsere Aufgaben der zuverlässigen Strom- und Gasversorgung, der Trinkwasserversorgung und der Telekommunikation in Engen ohne Einschränkungen erfüllen konnten.“Peter Sartena, Geschäftsführer der Stadtwerke Engen zum Corona-Jahr 2020 | Bild: Tesche, Sabine

Netzausbau bleibt zentrale Aufgabenstellung

Bei den übrigen kleineren Geschäftssparten schloss die Wärmeversorgung ebenfalls positiv ab. Die Stadtbuslinie weist dagegen einen Verlust in Vorjahreshöhe auf. „Das Geschäftsjahr 2020 stand ganz im Zeichen des Ausbaus der Versorgungssicherheit und der Investition in erneuerbare Energien“, fasste Peter Sartena zusammen. Das werde die Stadtwerke auch in den kommenden Jahren beschäftigen, damit kein größerer Investitionsstau entstehe, so der Fachmann. Derzeit gebe es Überlegungen zu einem E-Car-Sharing, also einem öffentlichen Mietangebot für Elektroautos, in Engen.

Es braucht mehr Netzkapazität für Ladestationen

Stadtrat Gerhard Steiner (UWV) nahm das Thema Elektromobilität auf und fragte, ob den genügend Netzkapazitäten für das Laden von E-Autos vorhanden seien. „Das kann im Moment aufgefangen werden“, antwortete ihm Sartena. Der Betrieb von privaten Ladestationen, sogenannten Wallboxen, gehe dagegen nicht überall in Engen. Das Problem, schaltete sich Bürgermeister Johannes Moser ein, gebe es am ehesten beim Geschosswohnungsbau, wo mehrere Abnehmer gleichzeitig laden wollten. Für die Ladekapazitäten müssten die Leitungen sukzessive ausgebaut werden. „Das wird ohne Zuschüsse nicht gehen“, so Moser, der das mit dem aktuell geförderten Breitbandausbau verglich.