Wenn Bette Bayer mit ihrer Kamera durch die Großstädte der Welt zieht, will sie die charakteristischen Merkmale nicht abbilden, sondern Bilder gestalten. Dabei nutzt sie die vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung und schafft Kunstwerke im Grenzbereich von Malerei, Collage und Fotografie.

Unter dem Titel „Mancherorts – Farbe-Form-Veränderung“ zeigt das Städtische Museum Engen bis zum 14. November eine Ausstellung der Konstanzer Künstlerin.

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New York, Dubai, Kyoto oder London und Berlin – Bette Bayers Bilder lassen auch den Betrachter die Metropolen erkunden und neu entdecken.

Überlagern, zerschneiden, neu anordnen

Auf den ersten Blick ein Gewirr von Formen, Linien und Farben, vermitteln die Arbeiten auch eine magische Wirkung.

Indem sie Ansichten von Hochhäusern und Straßenszenen, abseits gelegene Orte oder verlassene Behausungen mit Detailaufnahmen und Strukturen überlagert, zerschneidet, neu anordnet und wie Schichten am Computer übereinander legt und verdichtet, schafft sie ganz imaginäre Bildwelten.

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„Meine Motive wähle ich so aus, wie ein Maler sein Bild anlegt“, erläuterte Bette Bayer bei der Vernissage. Die Strukturen seien durch ausgewählte Fotos schon vorgegeben. Sie spiele mit den einzelnen Schichten, wobei die Strukturen miteinander verschmelzen.

„Ich will keine Stadt darstellen, sondern die Atmosphäre und Stimmung einfangen“, betont Bayer. Das gelingt ihr durch die Farben, die sie am Computer dem Motiv entsprechend bearbeitet.

Verschiebung der bildlichen Wahrnehmung

„Technische Strukturen und Stimmung kommen hier zusammen“, so Museumsleiter Velten Wagner. Für ihn liegt der Zauber der Kompositionen in der Verschiebung der bildlichen Wahrnehmung hin zu einem rhythmischen Feuerwerk aus aufstrebenden Vertikalen, verwobener Schachtelstrukturen und irrlichternden Farbformationen. Die Stimmung bringe die Bilder zum Klingen, so Wagner.

In einem Video geht Bette Bayer noch weiter. Bilder und Jazzeinspielungen von Professor Bernd Konrad gehen aufeinander ein und verdichten sich zu einem neuen Farb-Klang-Werk.