Irina Futterer ist Yogalehrerin und Heilpraktikerin. Die 40-Jährige liebt es zu Reisen. Egal, ob eine kurze Auszeit in der näheren Umgebung oder längere Fernreisen, Urlaub bedeutet für sie: Raus aus der gewohnten Umgebung und weg vom Alltag mit seinen festen Terminen.

Normalerweise kümmert sie sich frühzeitig um die Urlaubsplanung, schaut nach Angeboten – hauptsächlich nach Urlauben, die ihr die Möglichkeit geben, am Ferienort Yoga zu praktizieren.

Gerne reist sie ganz unkonventionell, bucht eine Fernreise, mit einem Hotel für die ersten zwei Nächte und zieht dann mit dem Rucksack los, um das Land in ihrem eigenen Tempo zu entdecken.

Das Fliegen war ihr zu risikoreich

„Mein letzter Urlaub, ehe der Lockdown kam, war für zwei Wochen auf Bali“, erzählt die Engenerin. Der Sommerurlaub sollte an einem Ort stattfinden, den sie als eventuelle Location für geplante Yogaseminare auskundschaften wollte.

Kroatien und Korfu standen zur Debatte. „Letztendlich habe ich mich aber nicht getraut zu fliegen“, sagt Irina Futterer und erklärt: „Die Situation rund um Corona ist so unberechenbar, nichts ist wirklich planbar. Neben den ganzen Hygienemaßnahmen, wie einem Flug mit Schutzmaske, besteht zudem die Ungewissheit hinsichtlich neuer Auflagen. Auch schwingt die Sorge mit, dass das Reiseland zum Risikogebiet erklärt wird oder die Grenzen sogar geschlossen werden. Das war mir im Endeffekt zu risikoreich. Ich hatte kein gutes Gefühl.“

Pauschalreisen, bei denen die Veranstalter im Falle eines Stornos für die Kosten aufkommen, passen nicht in ihr Urlaubskonzept. Stornokosten für Individualreisen, die sie selbst tragen müsste, sind ihr am Anfang ihrer beruflichen Selbstständigkeit mit einem zu hohen finanziellen Risiko behaftet.

Ohne Programm mit größter Flexibilität

„Ich veranstalte Kurse für Yoga- und Basenfasten, begleite in körperorientierter Prozessarbeit. Obwohl ich das liebe, was ich tue, kümmere ich mich um die Belange anderer. Urlaub bedeutet für mich, in eine andere Welt eintauchen zu dürfen, in meinem Rhythmus meinen Weg zu gehen und meinen Tag völlig frei zu gestalten“, so Futterer.

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„Einfach mal die Seele baumeln lassen, ohne straffes Programm und mit größter Flexibilität. Das ist dann für mich die wahre Erholung.“ Und genau so hat die Engenerin ihren Sommerurlaub 2020 verbracht – und zwar im Allgäu, statt, wie ursprünglich geplant, in Kroatien oder auf Korfu.

Eine Freundin hatte sie eingeladen, ihre Urlaubszeit in ihrem Haus im Allgäu, oberhalb des Rottachsees zu verbringen. Während die Freundin arbeitete, konnte Irina das Haus nach ihren Bedürfnissen und Vorstellungen nutzen.

Bergluft, Natur und Ruhe

„Das hieß für mich morgens auszuschlafen oder den Sonnenaufgang zu genießen, auf der Terrasse und mit Blick auf die Berge den Tag mit Yoga-Übungen zu starten, zu wandern oder einfach nur mit einem guten Buch im Liegestuhl zu liegen. Herrlich!“ Die klare, reine Bergluft, die Natur mit den grünen Wiesen und vor allem die wohltuende Ruhe, wären Entspannung pur gewesen, erzählt sie.

Gutes Essen in Restaurants oder am Badekiosk, das Baden und Bootfahren auf dem Rottachsee, was sie am Abend auch mal in Begleitung ihrer Freundin gemacht habe, hätten das Urlaubsprogramm abgerundet.

Das Resümee der Yogalehrerin: „Für mich war es noch einmal die Erkenntnis: Es muss nicht immer der Trip ins Ausland sein, wenn man sich erholen möchte. Denn der Erholungsfaktor hängt definitiv nicht vom Reiseziel ab.“

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