Die prähistorischen Jäger und Händler kehren nach pandemiebedingter Pause wieder ins Brudertal zurück, wo vor 15.000 Jahren Rentierjäger lebten. Internationale Archäologie-Experten führen dann an zwei Tagen vor, wie unsere steinzeitlichen Vorfahren gelebt und gejagt haben und wie ihr Alltag verlief. Zu den 15. Petersfelstagen lädt die Stadt Engen am Samstag und Sonntag, 17. und 18. September, in den Eiszeitpark im Brudertal ein. Im Rahmen der Petersfelstage werden auch die Europameisterschaften für prähistorische Jagdwaffen ausgetragen.

Eiszeitliche Musikvorführungen auf original Knochenflöten.
Eiszeitliche Musikvorführungen auf original Knochenflöten. | Bild: Archiv Jürgen Waschkowitz

„Mit den Petersfelstagen und den Europameisterschaften bieten wir nicht nur in der ganzen Region ein einmaliges Erlebnis, sondern sicher auch deutschlandweit“, gibt sich der Engener Bürgermeister Johannes Moser stolz. „Die Besucher kommen teilweise von weit her, manche sogar europaweit“, hat er beobachtet.

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Das bestätigt Archäologe Rudolf Walter, der mit Lune Martz die Organisation der Petersfelstage verantwortlich zeichnet. Ihm obliegen auch die Auswahl und die Einladungen der internationalen Künstler und Aussteller für die prähistorische Veranstaltung.

Damals brauchte es mehrere Tage für eine Speerspitze

Mit zwei Markttagen füllt die Stadt Engen ihren Eiszeitpark für zwei Tage wieder mit prähistorischem Leben. Die Besucher können in eine Zeit eintauchen, als Handwerker für die Herstellung einer Speerspitze noch mehrere Tage brauchten.

„Es werden zwei spannende Tage für die Besucher und ganz besonders die Kinder“, verspricht Bürgermeister Johannes Moser. Die ganze Familie wird zum Mitmachen angeregt, soll die Eiszeit nachempfinden, hautnah erleben und fühlen. Für Beschäftigung der Kinder wird eigens ein Zelt aufgestellt. „Unsere Petersfelstage bieten ein ungewöhnliches, sehr reizvolles Erlebnis für die ganze Familie“, garantiert auch Museumsdirektor Velten Wagner.

Experten der Eiszeit beim Fachsimpeln unter sich. Sie warten auf eine urzeitlich zubereitete Mahlzeit.
Experten der Eiszeit beim Fachsimpeln unter sich. Sie warten auf eine urzeitlich zubereitete Mahlzeit. | Bild: Archiv Jürgen Waschkowitz

1974 begann das Institut für Urgeschichte der Universität Tübingen mit Grabungen im Brudertal unter der Leitung von Gerd Albrecht. 2001 wurde im Gemeinderat beschlossen, dass Gerd Albrecht für ein Jahr bei der Stadt Engen eingestellt wird, um eine Umgestaltung der Landschaft beim Petersfels zu planen. Zwei Jahre später hat der Projektleiter mit vielen Helfern den Eiszeitpark geschaffen.

Hier sieht es aus wie zur Eiszeit

Auf dem knapp zwei Hektar großen Gelände im Brudertal wurden mithilfe von Wissenschaftlern späteiszeitliche Vegetationsverhältnisse rekonstruiert. Der entstandene Park ist in seiner Art nicht nur im süddeutschen Raum einmalig und bietet bei den Petersfelstagen ein heimeliges und wunderschönes Ambiente.

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Bei den Petersfelstagen haben viele ausgesuchte internationale Künstler, Historiker und Fans der damaligen Zeit eiszeitliche Waffen, Werkzeuge, Kleidung und Schmuck vor- und hergestellt, sowie zum Kauf angeboten. Vor Ort werden Menschen, die aussehen wie in der Eiszeit, ein Reh zerlegen, Fell, Knochen und Sehnen weiterverarbeiten sowie das Fleisch zubereiten. Dabei sollen die Besucher einbezogen werden.

Meisterschaft für prähistorische Jagdwaffen

Ein Höhepunkt der Petersfelstage sind die Meisterschaften für prähistorische Jagdwaffen. Dazu gehören die Speerschleuder und der Jagd-Bogen. Zu den öffentlich zugänglichen Wettkämpfen haben die Besucher, mit dem nötigen Sicherabstand, freien Zutritt.

Ausgesuchte internationale Experten führen vor, wie die eiszeitlichen Menschen, Jäger und Sammler, gearbeitet und gelebt haben.
Ausgesuchte internationale Experten führen vor, wie die eiszeitlichen Menschen, Jäger und Sammler, gearbeitet und gelebt haben. | Bild: Archiv Jürgen Waschkowitz

Es gibt Parkmöglichkeiten auf dem Parkplatz vor dem Bruderhoftal und bei der Anfahrt über die Abzweigung auf der Bundesstraße 31 nach Bittelbrunn. Allerdings in gehörigem Abstand vom Geschehen. Eine kleine Wanderung zu der Veranstaltung soll auf das prähistorische Leben und die besondere Atmosphäre, die die Besucher erwartet, einstimmen.