Weiß, Schwarz und die Farbe Blau dominieren die großformatigen Holzschnitte von Abi Shek, sie scheinen mit den weißen Wänden des Städtischen Museums Engen zu verschmelzen. Die Motive muten archaisch an, reduziert auf Schattenbilder in die Holzfläche gebannt, scheinen die Rinder, Vögel und Katzen als schwarze Silhouetten im Weiß des Bildes zu schweben. Teils mit blauer Tusche überzeichnet, verbinden die Holzschnitte Archaik und moderne Bildauffassung.

Die Stubengesellschaft Engen zeigt unter dem Titel „Homo Animalis“ eine Ausstellung von Abi Shek, der mit Holzschnitten als eines der ältesten Verfahren in der Bildenden Kunst hervortritt.

Künstler wächst in einem Kibbuz auf

In ihrer Begrüßung stellte Gabriele Schupp von der Stubengesellschaft den Künstler und dessen Ehefrau Katja Ritter vor. Sie las aus Erzählungen einer Wegbegleiterin in seiner Jugendzeit und aus einer Einführungsrede von Veronika Mertens zu einer Ausstellung vor.

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In Israel in eine Künstlerfamilie geboren, wuchs Shek in einem Kibbuz auf, wo die Kommune vor allem von Landwirtschaft, Viehhaltung und Schmuckherstellung lebte. Als junger Künstler von der Holzschnitt-Tradition in Deutschland angezogen, kam er 1990 zum Studium nach Stuttgart und blieb.

Bilder wirken in dieser Form zeitlos

Mit der Ausdruckskraft des Holzschnitts der jungen Avantgarde vor 100 Jahren verbinde Shek das Erleben der Rinderherden in seiner Heimat, aber auch die Kulturen des Nahen Ostens mit seinen hieroglyphischen Zeichen, so Ritter. Abi Sheks Tierbilder seien verwandt mit den uralten archaischen Bildern in den Höhlen seiner Heimat.

In ihrer ursprünglichen Formensprache sind die Bilder zeitlos, „Urbilder, die wir in uns tragen“, wie Shek selbst sagt.

Er bannt seine Tierzeichen in Holz und projiziert sie aus Urzeiten in die Gegenwart hinein. In ihrer zeichenhaften Verdichtung sind seine Bilder Ausdruck menschlichen Geistes.

In Verbindung mit Holzschnitten von Ähren zeigt die Ausstellung auch die Installation „Kultur“, wobei es darum geht, woher Kultur kommt und was sie bewirkt.