Peter Unger hatte das Dach schon lange auf seiner Wunschliste. Dem Mitarbeiter von Solarcomplex stach die große stahlblaue Fläche schon bei „Google Earth“ ins Auge. „Das stimmt, man sieht sie sogar vom Flugzeug“, bestätigt Detlef Lohmann, Geschäftsführer der Firma Allsafe, um deren Dachfläche es geht.

Dort wurde nun die größte Photovoltaik-Dachanlage im Hegau eingeweiht. Mit den 750.000 Kilowattstunden, die die Solaranlage im Jahr produziert, könnten 750 Privathaushalte ihren jährlichen Strombedarf decken. „Bezogen auf Engen ist das ein deutlicher Schritt nach vorn“, sagt Bene Müller von Solarcomplex. Zusammen mit den Solarmodulen bei der Autobahn und der Photovoltaik-Anlage bei der Firma Förster im Industriegebiet werden so rund zwei Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt.

Energiebilanz überzeugt

Die begehrte Dachfläche bei Allsafe stand für die Gewinnung regenerativer Energien zunächst nicht zur Verfügung. „Es hat schon eine Weile bei mir gedauert, bis ich mich entschieden habe“, so Geschäftsführer Detlef Lohmann. „Subventionen für PV-Anlagen motivieren mich persönlich gar nicht“. Vielmehr die Gesamtenergie- und CO2-Bilanz sei ausschlaggebend gewesen.

Die Abwicklung und Installation der Anlage sei völlig unkompliziert gewesen, lobt der Unternehmer. „Vom ersten Kontakt bis zur Inbetriebnahme Ende März hat die Zusammenarbeit perfekt geklappt“. Dazu habe auch die gute Kooperation mit den Stadtwerken Engen beigetragen.

Viele Argumente sprechen dafür

„Ich freue mich über jede einzelne PV-Anlage“, betonte Bene Müller vom Projektpartner Solarcomplex. „Der abstrakte Begriff der Energiewende entsteht aus vielen kleinen Entscheidungen“. Müller hofft, dass andere Unternehmen nachziehen und ihre Dachflächen für die Solarenergie-Gewinnung öffnen.

Für den Sonnenstrom sprechen laut Bene Müller viele Argumente: „Die Anlagen sind genehmigungsfrei, technisch problemlos, haben fast nie Akzeptanzprobleme und verbrauchen keine zusätzlichen Flächen – die Photovoltaik ist von allen erneuerbaren Energien die einfachste“. Dank der Solarmodule, die sich auf gut 3000 Quadratmetern Dachfläche verteilen, konnte übrigens auch in der Corona-Krise gespart werden.

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„So eine Anlage hilft – wenn sie nicht fremdfinanziert ist – durchaus, laufende Kosten zu verringern“, so Detlef Lohmann. Momentan könne die Dachanlage sogar bis zu 70 Prozent des Strombedarfs decken. „Allerdings arbeiten wir momentan nur einschichtig. Wenn wir wieder auf Volllast sind, rechnen wir mit einer Deckungsquote von 30 bis 45 Prozent“, erklärt der Allsafe-Geschäftsführer.