Nach einjähriger Bauzeit wurde in Aach die neue Ortsmitte feierlich mit Prominenz eingeweiht. Das in das Landessanierungsprogramm aufgenommene Projekt wurde wegen einer fehlender Ortsmitte und unzureichender Grundversorgung gefördert. Nachdem das Problem der Grundversorgung bald beseitigt werden konnte, stand im vergangenen Jahr der Ausbau der Ortsmitte im Mittelpunkt der baulichen Maßnahmen.

Bei diesem Ausbau wurde viel Geduld von den Bürgern verlangt. Rund um das Rathaus und den Bushaltestellen war Verkehrschaos der tägliche Begleiter, die Verbindung vom Rathaus zum Mühlenplatz war unterbrochen, die Ufer der Aach waren in erbärmlichen Zustand. Aber die Geduld und das Warten haben sich gelohnt: Die Neugestaltung gegenüber dem Rathaus und dem Mühlenplatz sowie der Weg entlang der Aach sind zu einem wahren kleinen Paradies geworden.

Josef Neidhard am Weg entlang der Aach.
Josef Neidhard am Weg entlang der Aach. | Bild: Jürgen Waschkowitz

Mit dem langjährigen Fremdenführer und Beauftragten für die Aachufer, Josef Neidhart, hat der SÜDKURIER einen Gang durch die neu geschaffene Ortsmitte gemacht und sich von dem einladenden Charme des Projekts überzeugt. Dabei führten einige Schritte auch über den Weg entlang der Aach und des Aachkanals.

Drei Bereiche wurden neu gestaltet

Dem Planer Johann Senner und seinem Architekturassistent Conrad von Schröder sei es gelungen, die Ortsmitte und den Weg entlang der Aach und dem Kanal mit der Natur in Einklang zu bringen, sagt Neidhart. Räumlich und planerisch bestand das Projekt aus drei Bereichen. Einer davon war die Ortsdurchfahrt vor dem Rathaus. Hier wurde in der Regel zu schnell gefahren und die Bushaltestellen störten den Durchgangsverkehr. Verkehrsberuhigend wurde ein durchgehender Baumbestand mit Querungshilfen geschaffen. Beide Bushaltestellen wurden behindertengerecht verlegt, mit überdachten Wartehäuschen. Neu angelegt sind mehrere Parkplätze.

Für Ausruhen und Verweilen ist bestens gesorgt.
Für Ausruhen und Verweilen ist bestens gesorgt. | Bild: Jürgen Waschkowitz

Schön nutzbar wurden beide Uferränder der Aach mit Grünflächen und Sitzgelegenheiten zu einem Park neugestaltet. Auch der Basketball-Spielplatz für die Jugend bekam ein neues Gesicht. Entstanden ist ein einladender Mehrgenerationen-Platz, der zum Feiern, Spielen, Sitzen und gemütlich auch zum Ausruhen und Vespern einlädt.

Neuer Weg entlang der Aach

Das dritte Projekt ist der neu entstandene Weg entlang der Aach und dem Aachkanal, der fußläufig die Ortsmitte mit der Aachquelle und dem Ausflugslokal Jägermühle verbindet. Das ehemals recht naturbelassenen Gelände entlang dieser beiden Wasserläufen war das Revier des Bisamrattenjägers Josef Neidhart. Hier hat er in rund 30 Jahren dafür gesorgt, dass die Ufer fest blieben und nicht von den Bisamratten unterhöhlt wurden.

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Früher musste er sich noch durch Gestrüpp kämpfen

„Das waren leider notwendige Maßnahmen, um die Population nicht ins Unermessliche wachsen zu lassen sowie die Ufer der Wasserläufe zu erhalten“, erklärt Josef Neidhart. „Ich habe meine Arbeit geliebt, weil ich mich in der Natur wohlfühle und jeden Morgen sehr früh das Aufwachen der Natur in diesem Gebiet erleben konnte. Noch heute klingt in meinen Ohren die Vogeluhr, der Beginn des morgendlichen Konzerts unserer Singvögel. Ich habe Biber beim morgendlichen Geschäft gestört, Eisvögel beim Einsatz beobachten dürfen und jeden Aufgang der Sonne genossen“, erinnerte er sich. „Und im Gegensatz zum heutigen Ausbau musste ich mich früher durch die überlassene Natur und ihr Gestrüpp kämpfen, um bis zur Hüfte im Wasser stehend meinen Fallen auslegen zu können.“

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Die Neugestaltung lobt Josef Neidhart in den höchsten Tönen: „Hier ist jetzt ein richtig kleines Naturparadies entstanden, das zum Bummeln, Genießen und Entspannen einlädt. Ich bin sicher, wir werden viel Freude daran haben. Sicherlich wird die Neugestaltung nicht nur für uns Aacher, sondern auch für viele Gäste ein Naturerlebnis und Erholungsort werden“, ist er fest überzeugt.