Die Farben in den Bildern der Künstlerin Lydia Leigh Clarke scheinen sich ihren Weg über die Leinwand zu suchen, erdige Farbtöne verschmelzen miteinander oder grenzen sich in geometrischen Formfeldern voneinander ab. Die Werke lassen sich keiner Kunstgattung zuordnen. Ausgelöst durch Corona erweiterte die Künstlerin ihren abstrakten Malstil, der sich seit der Pandemie bis in die gegenständliche Malerei bewegt. „Bilder 2019- 2022“ ist der Titel der Ausstellung im Städtischen Museum Engen und steht für die Zeit, in der Lydia Leigh Clarke einen individuellen Malstil entwickelte.

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Bei der Eröffnung gab die in Kalifornien geborene Künstlerin im Gespräch mit Museumsleiter Velten Wagner einen Einblick in ihr Leben und ihr künstlerisches Schaffen. Aufgewachsen in einer ländlichen Region mit viel Freiraum habe die Isolierung während des Lockdowns in ihr das Bedürfnis nach Menschen geweckt. Sie habe sich gefragt: „Was sehen wir in den Gesichtern hinter der Maske? Was macht die Isolation mit uns Menschen?“.

Bilder von 2019 bis 2022 – den Jahren der Pandemie

In ihrer Malerei sei sie auf die Suche nach dem Menschlichen gegangen, malte nach Landschaften auch Portraits, um etwas Bestimmtes zu finden. „Aber ich habe es bis heute noch nicht gefunden“, gab Lydia Leigh Clarke offen zu. Durch die Art des Farbauftrags und Überlagerung mehreren Schichten vermitteln ihre Arbeiten eine gewisse Materialität. Eine Besonderheit sind ihre Mischungen aus Pigmenten und Bienenwachsbinder, denen sie auch Sand beifügt, was den Bildern eine raue, fast haptische Oberfläche verleiht.

Weg zur Künstlerin war harte Schule

Das Gespräch öffnete auch einen Blick auf die Höhen und Tiefen eines Künstlerlebens. Lydia Leigh Clarke kam 1983 nach Deutschland, studierte anfangs Theologie, wechselte zur Bildenden Kunst und absolvierte ein Studium der Malerei in Freiburg. Ihr Weg zur freischaffenden Künstlerin sei eine harte Schule gewesen. Sie erzählte von einem Galeristen, der ihre Arbeiten kritisiert und ihre Kunst regelrecht verrissen hat. Aber einige Bilder befand er für gut. Daran hielt sich Lydia Leigh Clarke, überwand die Schaffenskrise und begann wieder zu malen.