Eigentlich war alles ganz anders geplant: Mariana Lekys Roman ist der hundertste für den Lesekreis und damit auch etwas ganz Besonderes. Das bezieht sich aus aktuellem Anlass nicht nur auf die Buchbesprechung selbst, sondern auch auf die Art und Weise, wie die Diskutanten zusammenkommen werden. „ Leider wird er sich nicht wie gewohnt im reizvollen Ambiente des Schützenturms, hinter dem Rathaus treffen können“, so Organisator Manfred Müller-Harter über den Lesekreis. Auch die geplante Feier zum hundertsten Buch müsse auf Mai verschoben werden.

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Die Diskussionsrunde solle dennoch stattfinden. Deshalb wurde eine Videochatgruppe eingerichtet, für die sich die Teilnehmer angemeldet haben.

Schlüsselfigur in Mariana Lekys achtem Roman ist ein Okapi. Dieses merkwürdige afrikanische Huftier, das Merkmale verschiedener Tiere wie Giraffe, Zebra oder Tapir in sich trägt, steht Pate für die bildreiche Beschreibung skurriler Charaktere im Roman. Leky beschreibt das Okapi als Tier, das „nicht so sehr aus einem Guss ist“. Ähnlich wundersam wie das Tier kommt auch die Erzählung daher.

Fest zur 100. Buchbesprechung erstmal verschoben

Mariana Leky zeichnet in ihrer Erzählung das Portrait eines Dorfs im Westerwald in den Achtzigerjahren. Im Mittelpunkt stehen die anfangs zehnjährige Luise und ihre Oma Selma, die schon drei Mal von einem Okapi geträumt hat, woraufhin jedes Mal ein Bewohner im Dorf verstorben ist. Nun träumt sie ein weiteres Mal von dem seltsamen Huftier, wenn es dieses Mal treffen wird ist jedoch unklar. Zentral im Roman ist die bildstarke Beschreibung der skurrilen, aber liebenswerten Dorfbewohner, die sich nach einiger Zeit, in der nichts passiert, in Sicherheit wiegen und dann doch vom Schicksal schmerzhaft erschüttert werden.

Ob die Teilnehmer des Engener Lesekreises den Roman für genauso kitschig halten, wie eine Rezension in der Frankfurter Rundschau urteilte, oder ob die Geschichte mit übersinnlichen Elementen sie berührt hat, wie den Rezensenten in der ZEIT, das wird sich am heutigen Donnerstag weisen.

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Der Chat findet wie geplant am Donnerstag, 2. April, um 20 Uhr via Skype statt. Wer noch teilnehmen möchte, kann sich per Mail unter manfred@mueller-harter.de anmelden.