Ab Januar 2022 wird die Kinderbetreuung in Engen teurer, so der einstimmige Beschluss des Gemeinderats. Die Gebühren sollen grundsätzlich um 2,9 Prozent erhöht werden.

Im Verhältnis zu den steigenden Personal- und Sachkosten sowie für die stark gestiegenen Hygieneanforderungen gebe es lediglich eine moderate Steigerung, erklärt die Verwaltung. Die 2,9 Prozent mehr orientieren sich an der Empfehlung der Kommunalen Landesverbände und der Kirchen. Die Anhebung der Gebühren bleibe damit deutlich hinter der tatsächlichen Kostensteigerung zurück, heißt es in der Beschlussvorlage.

Nur 12,98 Prozent Deckung durch Eltern

Grundsätzlich werde durch die Verbände und Kirchen in Baden-Württemberg eine Kostendeckung durch die Elternbeiträge von 20 Prozent angestrebt. Mit der Anhebung für 2022 wird der Deckungsgrad durch die Eltern aber über alle Engener Einrichtungen hinweg bei nur rund 12,98 Prozent liegen.

Der Gesamtkostendeckungsgrad inklusive der Zuwendungen vom Land wird bei den Städtischen Kindergärten bei 55,47 Prozent liegen. Für Eltern kostet die Betreuungsstunde im Kindergarten beim ersten Kind künftig 0,91 Euro, in der Tagesstätte 1,63 Euro, in der Krippe mit verlängerten Öffnungszeiten bei 2,96 Euro und in der Tagesbetreuung bei 2,71 Euro.

Mehr Geld für verlängerte Öffnungszeiten

Zusätzlich gibt es seitens der Stadtverwaltung die Überlegung, die Gebühren für verlängerte Öffnungszeiten in den Kindergärten deutlich zu erhöhen. Hier ließen die Empfehlungen von Verbänden und Kirchen eine Steigerung von bis zu 25 Prozent zu. 90 Prozent der Eltern in Engen nutzten die verlängerten Öffnungszeiten, heißt es in der Beschlussvorlage.

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Denkbar, so die Gemeindeverwaltung, sei eine Erhöhung in zwei Gebührengruppen, um die Belastung der Eltern zu reduzieren. So würden bei einer Betreuung bis sechs Stunden 15 Prozent auf die Regelgebühr aufgeschlagen, ab sechs bis sieben Stunden Betreuung täglich kämen 25 Prozent obendrauf. Diese Erhöhung könne sich die Verwaltung aber frühestens zu Beginn des Jahres 2023 vorstellen, so die Vorlage.

Neue Regelung für höhere Gewalt

Neu geregelt wird ab dem kommenden Jahr zudem, wie im Falle höherer Gewalt wie Streik oder Infektionsgeschehen, mit den Gebühren verfahren wird. Dauert eine Schließung der Einrichtung weniger als zwei Wochen, so werden keine Gebühren erstattet. Bei länger andauernden Schließungen entfällt die Gebühr für die Tage, die die zwei Wochen überschreiten.