Einzäunungen, 3G-Regel, Abstand und Kontrollen: Die Pandemie-Auflagen für die Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg sind hoch. Viele Marktveranstalter und Gemeinden haben schon abgewunken.

Der Marketingverein Engen dagegen will es wagen: Nach der Absage im vergangenen Jahr ist das Team um Berta Baum und Rolf Broszio seit Mai in der Planung.

Optimismus trotz Zweifeln

Zwischendurch habe man schon Zweifel gehabt, räumt Broszio ein. „Im Mai mit Beginn der Planung waren wir noch guter Dinge.“ Mit der Entwicklung der Fallzahlen habe das Organisationsteam nun Augenmerk auf die Sicherheitsbestimmungen gelegt. „Wir müssen uns mit den Verordnungen und Auflagen – jeweils in der aktuellen Version – befassen“, schildert Baum.

„Aber wir sind total überzeugt, dass es klappt.“ Die 3G-Pflicht setzt Kontrollen voraus, das heißt, der Marktbereich muss eingezäunt sein. In Engen wäre das fast die komplette Altstadt. Diese mit ihren Winkeln, Gässchen und zahlreichen Zugängen einzäunen, ist eine große Herausforderung für die Organisatoren. „Aber es geht“, so Broszio.

Vier Einlässe und Kontrollen

70 bis 80 Zäune sollen die Straßeneinmündungen in die Altstadt absperren. Vier Einlässe gibt es. Am Beginn der Petersstraße soll der Haupteingang sein. Vom nahegelegenen Bahnhof seien hier die meisten Besucher zu erwarten. An allen Einlässen können sich die Gäste entweder mit einem Impfnachweis und der Luca-App und/oder schriftlicher Registrierung und per Testnachweis auf den Markt begeben.

Alle Marktbesucher erhalten ein Festival-Bändchen, denn auch innerhalb des Marktes wird kontrolliert. An den Einlässen und in der Altstadt wird der Marketingverein von einem Sicherheitsdienst unterstützt. Außerdem drehen die Mitglieder der Engener Hundevereine öfters ihre Runden. „Es ist eine Riesenaufgabe, aber zu schaffen“, zeigt sich Broszio optimistisch.

Standbetreiber können noch teilnehmen

Etwa 80 Händler und Vereine haben sich bisher angemeldet. 2019 waren es etwa hundert. „Die Anmeldeliste ist noch offen“, betont Baum. Nur Betreiber mit Essensangeboten würden nicht mehr angenommen. Die Standbetreiber müssen selbst auf Abstand achten.

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Eine Obergrenze an Besuchern gibt es nicht. Broszio: „Wenn man sieht, dass es eng wird, müssen wir natürlich vorübergehend zumachen.“ Von der Stadt wird der Markt unterstützt: „Natürlich war die Verwaltung erst einmal skeptisch“, so Thomas Maier vom Bürgerbüro. Die Kommune trage die Verantwortung.

„Aber wir halten das Konzept für stimmig und sind dankbar, dass der Marketingverein sich die Organisation unter diesen Bedingungen zutraut“, so Maier. Nun hoffen die Organisatoren auf eine Stabilisierung der Pandemie-Lage. Mit 3G sei man gut vorbereitet, auch für eine schärfere Warnstufe. „Wenn es ganz schlecht läuft, haben wir immer noch die Möglichkeit der Personenbeschränkung“, so Rolf Broszio.