Hohe Wiesen sind das ideale Versteck für Rehkitze, gut getarnt am Boden liegend werden sie hier in den ersten Wochen von ihren Müttern gesäugt, die restliche Zeit verbringen sie alleine. Diese Tarnung wird leider vielen zum Verhängnis, wenn die schützende Wiese abgemäht wird.

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Um zu verhindern, das die Kitze versehentlich getötet werden, machte sich kürzlich eine Abordnung des HSV mit Kind, Kegel und Hund auf den Weg nach Watterdingen, um dort den Landwirtschaftsbetrieb von Kurt Schrag aus Welschingen beim Abgehen seiner Wiesen zu unterstützen, was eine zeitintensive Methode ist. Da Menschen „Augenwesen“ mit eher bescheidener Nasenleistung sind, ist es aber sehr schwierig, die Kitze im teils hüfthohen Gras zu finden. „Für Hunde ist dies dagegen eine der leichtesten Übungen“, erklärt Melissa Schaaf. Da die meisten der Hunde bisher keinen Kitz-Kontakt hatten, ging man auf Nummer sicher und zog den triebstärkeren einen Maulkorb auf, um zu verhindern, dass diese das Kitz beispielsweise lecken. Erfahrene Hunde legen sich im Abstand neben das Kitz.

Katharina Post (vorne) hatte die Idee, die Wiesen von Landwirtschaftsbetrieben mit den hunden abzugehen.
Katharina Post (vorne) hatte die Idee, die Wiesen von Landwirtschaftsbetrieben mit den hunden abzugehen. | Bild: Hundesportverein Engen

In Reihe und dem in Corona-Zeiten geforderten Zwei-Meter-Abstand, ging es fast drei Stunden lang drei große Wiesen rauf und runter. Kitze wurden keine gefunden. Aber verlassene Liegestellen bewiesen, dass die Wiesen durchaus als Kinderstube gedient hatten. Wäre ein Kitz gefunden worden, hätte man die Stelle markiert und außen herum gemäht, dann wäre das Kitz bis zum nächsten Tag von seiner Mutter geholt worden, so die Erfahrung von Katharina Post, die im Betrieb von Kurt Schrag beschäftigt und Mitglied des HSV ist. „Vor diesem enormen Aufwand, den Herr Schrag und Katharina, die auch den Kontakt hergestellt hat, sonst alljährlich alleine betreiben, ziehen wir unseren Hut. Das ist verantwortungsvolle Landwirtschaft. Wir haben uns sehr gefreut, die Möglichkeit gehabt zu haben, dabei ein wenig helfen zu können“, resümiert Melissa Schaaf.

Um zu verhindern, dass Rehkitze beim Mähen getötet werden, haben Mitglieder des HSV Engen mit ihren Hunden die Wiesen des Landwirtschaftsbetriebs von Kurt Schrag in Watterdingen abgegangen.
Um zu verhindern, dass Rehkitze beim Mähen getötet werden, haben Mitglieder des HSV Engen mit ihren Hunden die Wiesen des Landwirtschaftsbetriebs von Kurt Schrag in Watterdingen abgegangen. | Bild: Hundesportverein Engen

Kontakt: Auch anderen Betrieben bietet der HSV kostenlose Unterstützung beim Wiesenabgehen an. Info bei Melissa Schaaf unter Telefon (01 60) 94 83 44 33.

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