Ganz so schnell wie gewünscht, kann der Bebauungsplan am Hugenberg Nord nun doch nicht verabschiedet werden. Der Grund hierfür ist eine bislang fehlende Artenschutzprüfung. Das kleine Baugebiet wird nach beschleunigtem Verfahren geplant, die keine Umweltprüfung vorsieht. Die Artenschutzprüfung braucht es aber trotzdem, wie Stadtbaumeister Matthias Distler im Gemeinderat zu verstehen gab. Diese Prüfung, die lediglich den Schutz der Vogel- und Fledermausarten dokumentiert, liegt mittlerweile vor. Da sie bei der ersten Offenlage fehlte, braucht es nun aber eine zweite, die der Rat aktuell beschloss.

Nachbarn hinterfragen Baugebiet und Vorgaben

Neben der fehlenden Prüfung waren die Anregungen aus der ersten Offenlage Fokus der Diskussion im Rat. Während es von öffentlicher Seite kaum Anmerkungen gab, kamen sehr umfangreiche Anregungen aus der Nachbarschaft. Diese hatten sich zuvor auch bereits mit einem Schreiben an die Stadtverwaltung gewandt, woraufhin es einen gemeinsamen Vorort-Termin gab. Die Nachbarn verwiesen auf den Naherholungswert des Geländes und hätten dieses gerne gar nicht oder nur teilbebaut gesehen.

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Kritisch äußerten sich die Nachbarn außerdem zur Flachdachform, die neben dem Satteldach im Hugenberg Nord zulässig sein soll. Ein Flachdach passe sich aber der bisherigen Bebauung nicht an, so die Begründung der Nachbarn. „Eine Orientierung an der Bebauung aus den sechziger Jahren ist nicht zielführend“, argumentierte Distler dagegen. In Engen habe es schon immer eine gemischte Struktur gegeben. Deshalb sei nicht klar, warum Flachdächer hier nicht gebaut werden sollten.

Diskussion zu Flachdächern

Aus Sicht des Stadtbaumeisters hätten Flachdächer für die Nachbarschaft sogar einen positiven Effekt, weil diese tendenziell niedriger ausfielen. Durch schräg aufgeständerte Photovoltaikanlagen auf Flachdächern könnten die Häuser jedoch wiederum höher ausfallen, so die Argumentation von Anwohner Daniel Kappes. Auf Nachfrage des SÜDKURIER gab Stadtbaumeister Distler zu verstehen, dass PV-Anlagen baurechtlich verfahrensfrei seien. „Grundsätzlich kann es sein, dass durch eine technische Anlage die Trauf- oder Wandhöhe überschritten wird.

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Da technische Anlagen aber nie die gleiche geschlossene und massive Bauart wie ein Gebäude aufweisen, ist es trotzdem ein anderer Eindruck“, so Distler. Zum Thema Dachformen kamen zusätzliche Vorschläge von den Stadträten. So schlug Peter Kamenzin (UWV) vor, eine durchgängige Dachform für den Hugenberg Nord festzulegen. Dem stimmte auch Jürgen Waldschütz (CDU) zu. Bernhard Maier hätte es gerne gesehen, dass sich die Bauherren selbst auf eine Form einigen sollten. Bei einer ersten Abstimmung mit dem Ziel nur Satteldächer zu erlauben, stimmten sieben Räte zu. Da dies keine Mehrheit ist, wurde erneut über Sattel- und Flachdächer abgestimmt. Mit 12 Stimmen stimmte hier die Mehrheit dafür.