Mit einer Inzidenz von 195,6 an diesem Montag hat Engen hinter der Gemeinde Mühlingen den zweithöchsten Wert im Landkreis Konstanz. Der kreisweite Durchschnitt lag am selben Tag gerade einmal bei einer Inzidenz 69,9. „Solche Peaks nach oben sind in kleinen Kommunen normal“, gibt der Engener Hauptamtsleiter Patrick Stärk mit Blick auf den Inzidenzwert, für den die Fälle der vergangenen sieben Tage auf 100.000 Einwohner hochgerechnet werden, zu bedenken. So hat beispielsweise Radolfzell gerade ähnlich viele Corona-Infizierte wie Engen. Dadurch, dass die Stadt aber etwa drei Mal so viele Einwohner hat, liegt der Wert hier eben bei durchschnittlichen 60.

Auslastung des Gesundheitssystems ist zentral

„Es ist wichtig, dass die Zahlen im Landkreis niedrig sind“, vermittelt Stärk mit Blick auf die Auslastung der Krankenhäuser im Kreis. Die aktuellen Fälle, in den vergangenen sieben Tagen waren es 21, seien alle im familiären Bereich, so Stärk. Im Rahmen eines Pressegesprächs am Montag hatte Bürgermeister Johannes Moser erläutert, dass in der vergangenen Woche am Schulverbund fünf Schüler positiv getestet worden seien. Zu konkreten Zahlen möchte die geschäftsführende Schulleiterin Nadja Hennes aus Datenschutzgründen keine Auskunft geben.

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Allerdings bestätigt sie, dass es vergangene Woche positive Tests bei Schülern gab. „Die positiv Testungen belaufen sich auf etwa zwei bis drei von tausend“, so Hennes. In dieser Woche gab es laut der Schulleiterin keinen einzigen positiven Test bei Schülern am Schulverbund. „Im Moment verbreitet sich nichts, wir fischen Einzelne heraus“, so Hennes. Sie betont den hohen Stellenwert der Schultestungen für das lokale Infektionsgeschehen und lobt den großartigen Einsatz vieler Ehrenamtlicher, die die Kinder und Jugendlichen früh morgens vor dem Unterricht testen.

„Wir haben sehr viele freiwillige Helfer beim Testen, die ein großes ehrenamtliches Engagement zeigen.“Nadja Hennes, Rektorin Hewenschule und geschäftsführende Schulleiterin
„Wir haben sehr viele freiwillige Helfer beim Testen, die ein großes ehrenamtliches Engagement zeigen.“Nadja Hennes, Rektorin Hewenschule und geschäftsführende Schulleiterin | Bild: Kerle, Helene

Infektionen sind nicht auf private Treffen zurückzuführen

Letztlich könne die Kommune die Fälle nicht genau verfolgen, so Patrick Stärk. Man wisse nicht, ob die aktuellen Fälle in direkter Verbindung zu den positiven Tests am Schulverbund stünden. „Aber wir denken, dass es so ist“, so Stärk. Dagegen ginge die Verwaltung derzeit nicht von Infektionen durch private Zusammenkünfte von mehreren Haushalten aus.

Lollitests nur noch einmal pro Woche

Im Rahmen der Testungen an den Engener Kindergärten mit so genannten Lollitests gab es laut der Verwaltung bislang keine positiven Fälle. Derzeit würden neue Tests für die Kitas nachbestellt und anschließend einmal wöchentlich getestet. „Je mehr wir testen, desto besser kriegen wir die Sache in den Griff“, erklärt Bürgermeister Johannes Moser seine Haltung und gab wie schon mehrfach zu verstehen, dass ein positiver Test keine Stigmatisierung sei. „Ich bin davon überzeugt, dass das Testwochenende uns jetzt die guten Zahlen gebracht hat“, so Moser zum aktuell niedrigen Wert im Landkreis Konstanz.