Eine Ära geht zu Ende, ein neue soll nahtlos starten. Jürgen Stille und Werner Schwacha leiteten mehr als 15 Jahre gemeinsam die Geschicke der Sparkasse Engen-Gottmadingen. Die 51-jährige Andrea Grusdas übernimmt den Vorstandsvorsitz von Stille, Frank Lammering (43) beerbt Schwacha als Stellvertreter. Sie treten zum 1. Juli 2020 offiziell ihre Posten an, sind aber schon seit Mai in der Sparkasse Engen-Gottmadingen tätig. Der Verwaltungsrat hatte die Doppelspitze vor fast genau einem Jahr gewählt, als die beiden langjährigen Vorgänger angekündigt hatten, in den Ruhestand zu gehen. Auch unter der neuen Leitung ist die Sparkasse Engen-Gottmadingen bestrebt, sich eigenständig auf dem Finanzmarkt zu behaupten, der sich zurzeit wegen der Corona-Krise ungünstigen Bedingungen stellen muss.

Corona verhindert großen Abschied

„Wir bedauern, dass wegen Corona nicht wie üblich eine Verabschiedung als größere Veranstaltung stattfinden kann“, erklärt Jürgen Stille beim Pressegespräch. „Die Sparkasse Engen-Gottmadingen war in Corona-Zeiten gut beraten, im Gegensatz zu manchen anderen Banken auf direkten Kundenkontakt zu setzen und unbürokratische Hilfe für in Not geratene Firmen zu leisten. Um die Verordnungen zu erfüllen, haben wir auch improvisiert und mehrere Beratungsbüros in größeren Räumen eingerichtet“, schildert Stille.

Das könnte Sie auch interessieren

„Stärker waren zunächst die negativen Auswirkungen auf die Geld- und Kapitalmärkte, die sich aber wieder erholt haben“, betont Stille. „Die Sparkasse Engen-Gottmadingen ist heute auf einem guten Weg und kann die Selbstständigkeit erhalten“, erklärt Stille.

Sie schaut auf die Stärken

Seine Nachfolgerin Andrea Grusdas, die ihre Bank-Karriere in Bielefeld in verantwortungsvollen Positionen startete, erkennt schon die Vorzüge der Region mit ihrem hohen Freizeitwert. „Die Menschen sind großartig. Die Wirtschaft ist bärenstark“, erklärt sie. Ihr Credo im Umgang mit den Menschen, was ihr bisher auch beruflich Erfolg beschieden habe: „Ich schaue auf die Stärken, nicht auf die Schwächen, und auf das, was wichtig ist“, sagt Andrea Grusdas.

Persönlicher Kontakt im Vordergrund

„Meine Philosophie ist es, Mitarbeitern und Kunden auf Augenhöhe und mit Respekt zu begegnen. Ich halte es für wichtig, eine gemeinsame Basis für Gespräche zu entwickeln“, betont Andrea Grusdas. Wie ihr Stellvertreter Frank Lammering stellt sie den persönlichen Kontakt mit den Kunden in den Vordergrund des Geschehens. Der hatte auch für Jürgen Stille und Werner Schwacha oberste Priorität. „Wir waren für die Kunden als Vorstandsmitglieder immer direkt zugänglich. Deshalb hatten wir unsere Büros auch im Erdgeschoss in der Nähe des Schalters“, betont Werner Schwacha.

Heimat im Hegau gefunden

Die Sparkasse Engen-Gottmadingen versorgt insgesamt etwa 60.000 Privat- und Firmenkunden. „Unsere Türen waren immer offen“, so Schwacha. Er war 21 Jahren in leitender Funktion bei der Sparkasse Engen-Gottmadingen. Nach einer beruflichen Tätigkeit in Bayern fand er im Hegau seine neue Heimat. Er engagiert sich wie Jürgen Stille vielfältig in ehrenamtlichen Bereichen und will dies auch im Ruhestand weiter machen.

Der Stabwechsel bei der Sparkasse Engen-Gottmadingen ist vollzogen. Das Bild zeigt vorne die neue Vorstandsvorsitzende Andrea Grusdas (rechts) und Stellvertreter Frank Lammering (links), dahinter die Vorgänger Jürgen Stille (rechts) und Werner Schwacha.
Der Stabwechsel bei der Sparkasse Engen-Gottmadingen ist vollzogen. Das Bild zeigt vorne die neue Vorstandsvorsitzende Andrea Grusdas (rechts) und Stellvertreter Frank Lammering (links), dahinter die Vorgänger Jürgen Stille (rechts) und Werner Schwacha. | Bild: Tesche, Sabine

Viele Firmen haben vorgebeugt

„Einfach, kompetent, schnell und fair“, sind für Frank Lammering Schlagworte, mit denen er erfolgreich seine Führungsrolle bei der Sparkasse Engen-Gottmadingen erfüllen will. Er habe sich auch schon ein Bild bei den Firmen gemacht, die von den Corona-Auswirkungen besonderes betroffen seien. „Viele Unternehmen haben die vergangenen Monate vergleichsweise gut überstanden, weil es ihnen gelang, vorzusorgen. Dies trifft vor allem auf die Firmen zu, die von Inhabern geführt werden. Spannend wird es allerdings, wenn sie die Bilanzen 2020 ausweisen und wie sich die auf das nächste Jahr auswirken“, sagt Lammering.

Digitalisierung gewinnt an Fahrt

Eines habe Corona aber auch gezeigt, sind sich die neuen und scheidenden Vorstandsmitglieder der Sparkasse Engen-Gottmadingen einig: Die Digitalisierung gewinne auch im Banken-Geschäft an Dynamik, obwohl es noch etliche, vor allem ältere Kunden gebe, die eine herkömmliche Abwicklung wollten. „Wir werden im Digitalen noch einige Leistungen standardisieren“, betont Andrea Grusdas im Blick auf kommende Aufgaben ihrer neuen Tätigkeit als Vorstandsvorsitzende.

Die Neuen und die Vorgänger bei der Leitung der Sparkasse Engen-Gottmadingen

  • Andrea Grusdas wurde 2019 vom Verwaltungsrat der Sparkasse als neue Vorstandsvorsitzende gewählt. Sie ist 51 Jahre alt und wechselt als erste Frau an die Spitze einer Sparkasse im Hegau und der Bodenseeregion. Davor war Andrea Grusdas Vorstandsmitglied der Erfurter Bank und von 2012 bis 2018 Mitglied des Vorstands der Sparkasse Ulm. Ihre bisherige Zuständigkeit lag insbesondere im Kreditgeschäft. Sie bringt aber auch Markterfahrung als Vertriebsvorstand in Erfurt mit.
  • Frank Lammering: Bereits im Juli 2019 hatte der Verwaltungsrat der Sparkasse Engen-Gottmadingen Frank Lammering zum neuen Vorstandsmitglied bestellt. Er ist 43 Jahre alt und kommt aus Nordrhein-Westfalen. Frank Lammering gilt als ausgewiesener Experte im Firmenkundengeschäft und war zuletzt in leitender Funktion bei der Stadtsparkasse Rheine tätig. Er ist wie Andrea Grusdas bereits seit Mai bei der Sparkasse Engen-Gottmadingen tätig und wohnt ebenfalls wie die Vorstandsvorsitzende in Engen.
  • Jürgen Stille: Der Engener Bürgermeister Johannes Moser würdigt als Aufsichtsratsvorsitzender der Sparkasse Engen-Gottmadingen Jürgen Stille als engagierten und weitsichtigen Mann, der erheblich zur positiven Entwicklung und vor allem zukunftsfähigen Ausrichtung der Sparkasse beigetragen habe. Jürgen Stille freut sich, jetzt mehr Zeit für seine Frau und seine Enkelkinder zu haben und auf schöne Reisen. Darüber hinaus will er sich weiterhin sozialen und kulturellen Ehrenämtern widmen.
  • Werner Schwacha: Der bisherige stellvertretende Vorsitzende des Vorstands, Werner Schwacha, tritt nach 21 Jahren Vorstandstätigkeit ebenfalls zum 30. Juni 2020 in den Ruhestand. Werner Schwacha hat in starkem Maß an der Umsetzung der strategischen und kundenorientierten Ausrichtung des Hauses mitgewirkt. Auch ihm zollte Moser große Anerkennung. Die freie Zeit wird Schwacha für mehr Sport, Kultur und Reisen verwenden. Auch er wird sich weiter mit seinen Ehrenämtern in der Region engagieren.

Jetzt wieder verfügbar: die Digitale Zeitung mit dem neuen iPad und 0 €* Zuzahlung

*SÜDKURIER Digital inkl. Digitaler Zeitung und unbegrenztem Zugang zu allen Inhalten und Services auf SÜDKURIER Online für 34,99 €/Monat und ein iPad 10,2“ (32 GB, WiFi) für 0 €. Mindestlaufzeit 24 Monate. Das Angebot ist gültig bis zum 12.07.2020 und gilt nur, solange der Vorrat reicht. Ein Angebot der SÜDKURIER GmbH, Medienhaus, Max-Stromeyer-Straße 178, 78467 Konstanz.